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15.05.2011

Schlägerei: KSC-Fan erleidet schwere Kopfverletzung

KARLSRUHE. Im Vorfeld der am Zweitligabegegnung zwischen dem Karlsruher SC und dem FC Union Berlin ist es am Durlacher Tor zu einer folgenschweren Schlägerei unter Fans beider Vereine gekommen. Wie sich erst im Nachhinein herausstellte, erlitt ein 20 Jahre alter KSC-Fan vermutlich durch einen Schlag mit einem Backstein eine Schädelfraktur.

Der junge Mann ließ sich nach dem Geschehen mit einem Taxi in die Notaufnahme einer Klinik bringen, wo er aufgrund der schweren, glücklicherweise aber nicht lebensbedrohlichen Verletzung stationär aufgenommen wurde.

Etwa eineinhalb Stunden vor Spielbeginn war es unter den beiden Parteien zum Schlagabtausch gekommen, nachdem etwa 50 bis 70 Gästefans vorzeitig aus ihrem Bus gestiegen waren und den Weg zum Wildparkstadion mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortgesetzt hatten.

Die Polizei konnte die verfeindeten Gruppen mit starken Kräften dann rasch trennen. Als knapp 30 teilweise vermummte KSC-Fans den Anweisungen der Beamten keine Folge leisteten und weiter die Auseinandersetzung suchten, wurden sie auch unter Anwendung von unmittelbarem Zwang unter teilweisem Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken in Beseitigungsgewahrsam genommen. Dieser Gewahrsam wurde von einem Richter bestätigt und bis 17.00 Uhr aufrechterhalten. Sieben der vorübergehend Festgehaltenen werden sich wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz beziehungsweise Körperverletzung verantworten müssen.

Im Falle des verletzten 20-Jährigen ermittelt die Kripo wegen Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes wie auch wegen Landfriedensbruchs. Da der genaue Geschehensablauf bislang nicht geklärt werden konnte, bittet die Polizei dringend um die Meldung von Zeugen. Hinweise werden rund um die Uhr unter Telefon 939-5555 entgegen genommen.

In diesem Zusammenhang stellte die Polizei nach Spielende am Karlsruher Hauptbahnhof und beim Autobahnpolizeireviers Karlsruhe aus insgesamt fünf Bussen heraus auch die Personalien einer dreistelligen Zahl von Berliner Fans fest.

Bereits ab 10.00 Uhr hatten sich rund 500 KSC-Anhänger am Karlsruher Marktplatz versammelt und waren dann in Richtung Schloßplatz gezogen. Von hier aus versuchte die auf über 1.000 Personen angewachsene Menge wiederholt, über verschiedene Querstraßen und Wege in den östlichen Teil des Adenauerrings zu gelangen. Ihre Absicht, dort auf Berliner Fans zu treffen, konnte von der Polizei allerdings unterbunden werden. Bevor die KSC-Anhänger schließlich ins Stadion gingen, machten Teile von ihnen mit dem Zünden von Feuerwerkskörpern und Beleidigung der eingesetzten Polizisten ihrem Unmut Luft. Sowohl die Spiel- als auch die Nachspielphase verliefen aus polizeilicher Sicht weitgehend problemlos.

Bei der letzten Partie der Saison 2010/2011 hatte die Polizei unter Leitung von Polizeioberrat Fritz Rüffel rund 220 Beamte im Einsatz. Hierunter befanden sich auch Kräfte benachbarter Polizeidirektionen, der Bereitschaftspolizei wie auch der Reiterstaffel in Mannheim.