
Wie es um die Zukunft Schömbergs bestellt ist, das ist offensichtlich allein eine Frage der Perspektive. Während die SPD-Fraktion trotz positiver Prognose des Gemeindekämmerers misstrauisch bleibt, träumt die CDU bereits vom ganz großen Glück.
„Verursacht durch das sprudelnde Steueraufkommen einer boomenden Wirtschaft mit enormer Kapazitätsauslastung und Beschäftigungsgrad auf Rekordniveau, zeigt der Haushaltserlass für 2012 auch für Schömberg ein enorm positives Bild“, schätzte Gemeinderat Joachim Zillinger (CDU) bei der jüngsten Sitzung die aktuelle Lage der Gemeinde ein. Grund genug für ihn zu träumen. „Als erste Gemeinde im Nordschwarzwald hat die Großgemeinde Schömberg ihre Schulden jetzt vollständig beglichen und sich sogar bereiterklärt, weiterführende Verantwortung und Aufgaben für die Region und im Landkreis zu übernehmen“, wünschte sich Zillinger für 2022.
Ganz anders beurteilt Helmut Sperth die Lage. Der Fraktionsvorsitzende der SPD sieht keinen Grund zu verfrühtem Jubel. Zwar freue auch seine Fraktion sich über die deutlich angestiegenen Gewerbesteuereinnahmen, die höheren Finanzzuweisungen des Landes und den höheren Gemeindeanteil an der Einkommens- und an der Umsatzsteuer. Aber wenn man davon die Umlagen abziehe, welche die Gemeinde im Finanzausgleich wieder abliefern müsse, stelle er ernüchtert fest: „Netto haben die Zuweisungen, von denen unsere Gemeinde so stark abhängig ist, gerade einmal den Stand der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts erreicht.“ Nicht mal ein zufriedenstellendes Ergebnis für Sperth. „Zumal unsere Ausgabenseite weit über jener der Achtziger Jahre liegt.“
Autor: bsch



