
Eine klare Entscheidung, egal in welche Richtung, das hätten sich viele der Besucher der jüngsten Gemeinderatssitzung in Schömberg vermutlich gewünscht. Versprochen hatte es die Tagesordnung ja auch. „Entscheidung über den Antrag der Firmengruppe Kraus“ stand darauf schwarz auf weiß. Das lange Hin und Her um die Realisierung eines Einkaufszentrums, eines Wohngebietes mit Doppelhaushälften und einer seniorengerechten Wohnanlage sollte endlich ein Ende haben. Doch daraus wurde nichts.
Zwar ließen die Gemeinderäte zum wiederholten Mal Planer Egbert Irmscher alle Entwürfe der Öffentlichkeit vorstellen, doch im Anschluss informierte Bürgermeisterin Bettina Mettler: „Die CDU, unterstützt von der Unabhängigen Wählervereinigung, hat den Antrag gestellt, den Beschluss auf die Sitzung im November zu vertagen.“ Es seien weitere Fragen aufgetaucht, lautete die Begründung. Über die Art der Fragen ließen Gemeinderat und Verwaltung die Zuhörer jedoch im Unklaren und gingen direkt zum nächsten Tagesordnungspunkt über.
Tatsächlich sind es jedoch weniger „offene Fragen“, die den Gemeinderat erneut zum Zögern bringen. Vielmehr hat die Gemeinde das Gespräch mit einem weiteren an dem Gelände interessierten Investor aufgenommen. Dies bestätigte Bürgermeisterin Bettina Mettler auf direkte Nachfrage der PZ. Genaueres könne sie zu dessen Angebot jedoch noch nicht sagen. Laut PZ-Informationen handelt es sich um ein ähnliches Projekt, wie das von der Firmengruppe Kraus angestrebte. Allerdings in einer kleineren Dimension. Viele Gemeinderäte hatten in der Vergangenheit, die von der Firmengruppe Kraus geplante Bebauung als „viel zu massiv“ empfunden.
Dem bisherigen Investor dürfte die erneute Verzögerung nicht schmecken. Doch darauf wollen einige der Gemeinderäte keine Rücksicht nehmen. Das Projekt sei für Schömbergs Zukunft sehr wichtig, deshalb müsse man sich bei der Entscheidung Zeit lassen, erklärte der Fraktionsvorsitzende der CDU Joachim Zillinger. „Auf ein paar Wochen kommt es nicht an.“ Die Bürgermeisterin wünscht sich dagegen, „zeitnah zu einer Lösung zu kommen“. Zum einen sei es derzeit überhaupt schwer, Investitoren zu finden. Zum anderen: „Der bisherige Grundstückseigentümer des BFW-Areals hat der Firmengruppe ein verbindliches Kaufangebot unterbreitet und ist daran rechtlich gebunden.“
Autor: Bärbel Schierling



