

Schweinemäster und Ferkelzüchter in der Region benötigen ein breites Kreuz. Und das nicht nur wegen ihrer harten Arbeit. Viele von ihnen müssen seit Jahren rote Zahlen verkraften. Schuld daran ist keine Misswirtschaft. Die Preise, äußere Umstände und die Politik der Europäischen Union machen den Bauern das Leben zur Hölle.
Der Trend zu weniger Schweinehaltern schlägt sich auch landesweit in der Statistik nieder Die PZ hörte sich bei Betroffenen im Enzkreis und im Landkreis Calw um.
Heinrich Schmidt in Eisingen. Seit Jahren hat er konstant um die 1300 Mastschweine in seinen Stallungen stehen und verfügt damit über einen der größten Betriebe seiner Art im Enzkreis. „Normalerweise müsste ich mit meiner Arbeit aufhören“, sagt der 56-Jährige frustriert. Denn, so schiebt er nach: „In den vergangenen zwei Jahren habe ich finanziell nur draufgelegt.“
Jörg Creyaufmüller in Illingen. „Letztes Jahr war es ganz krass“, kann auch er nichts Gutes vermelden. Der Mann, der seit zehn Jahren eine Ferkelaufzucht sein Eigen nennt, beklagt: „Der Preis ist am Boden.“ Er hat den Schuldigen für die wirtschaftlich angespannte Situation ausgemacht: „Die EU hat uns die ganze Misere eingebrockt. Viele Ferkelaufzuchten drängen auf unseren Markt, zum Beispiel aus Belgien und Dänemark.“
Klaus Werner, Stein. Im November 2008 hat der Landwirt die Schweinemästerei aufgegeben. „Das lag daran, dass mir mein 19 Jahre lang gepachteter Stall zu einem für mich zu hohen Preis zum Kauf angeboten wurde.“ Nachdem er schon zuvor zugleich Milchkühe versorgt hatte, verabschiedete er sich von seinen 420 Mastschweinen und zieht seitdem 80 bis 90 weibliche Rinder für den Hof seines Schwagers Christian Schwaab in Öschelbronn auf.
Monika Burghard, Langenbrand.Um die 100000 Euro müsse man investieren, wenn eine Schweinezucht alle Anforderungen erfüllen wolle, sagt sie. Das war ihr und ihrem Mann Rainer zu viel. „Deshalb haben wir seit zweieinhalb Jahren eine moderne Hühnerhaltung anstelle unserer 280 Schweine“, berichtet die Bäuerin.Bruno Knöller
Autor: ‚Bruno Knöller




Leserkommentare (2)
Mehr KommentareEin Deutscher isst ungefähr 200 Gramm Fleisch pro Tag. Macht jährlich etwa 80 Kilo Fleisch pro Kopf und rund 6,5 Milliarden Kilo Fleisch für das ganze Land. Eine solche Masse an Fleisch kann man aber nur bereit stellen, wenn man die Tiere in Massen züchtet und im Akkord tötet. Diese Massentierhaltung ist nicht nur furchtbar für die Tiere, sie ist auch schlimm für unsere Umwelt, für das Klima und für die Gerechtigkeit auf der Welt. Es gibt viele gute Gründe, nie mehr Fleisch zu essen. Aber ...... mehr...
200 Gramm am Tag. Mag bei mir vielleicht stimmen aber meine Kinder essen gerade mal die Hälfte. Selbst wenn, dann sind nach meiner Rechnung 200 Gramm mal 365 Tage immer noch 73 kg pro Jahr und keine 80. Und bei 81768000 Millionen Einwohnern (Stand 30. Juni 2011) wären das dann 5969064000 kg also weniger als 6 Milliarden kg. Wenn wir schon Zahlen angeben und damit rechnen dann richtig.... mehr...