

Obwohl „Eiszeit“ das Motto des Jahresabschlusskonzerts der Stadtkapelle Heimsheim war, gab es vom Publikum durchgängig warmen Applaus. Der Musikverein verzauberte die Besucher in der Stadthalle mit Melodien, die zum größten Teil das Thema Kälte aufgriffen.
Bevor die Stadtkapelle diese frostige, musikalische Reise antrat, bot zunächst die Jugendkapelle einen Einblick in das beachtliche Können der Nachwuchsmusiker. Für neun Akteure der 21-köpfigen Kapelle war es der erste Auftritt. Unter der Leitung von Marcus Borchert begeisterte die Jugendkapelle mit „Pathfinders March“, „Der fröhliche Uhrmacher“, „Soul Bossa Nova“ und dem „Mission Impossible Theme“. Für ihr mitreißendes Spiel gab es den verdienten Applaus, wofür sich die Jugendkapelle mit der Zugabe „Rudolph the red nosed Reindeer“ bedankte.
Danach ließ die Stadtkapelle, ebenfalls unter der Leitung von Borchert das Stück „Montana Fanfare“ erklingen, ein beeindruckender Einstieg in die musikalische Darbietung des großen Orchesters. Mit „Norway impressions“ klang kurz darauf bereits das kühle Thema an. Ausgefeilte, auf die Melodien zugeschnittene Lichttechnik unterstützte die Wirkung der Musik. Leuchtstäbe hingen wie Eiszapfen im Hintergrund und glitzerten, mal mehr mal weniger, mit den glänzenden Blasinstrumenten um die Wette.
Einen unvergesslichen Eindruck hat Solistin Janine Wirkner bei dem Stück „Soliloquy and Dance“ hinterlassen. Mit ihrer Oboe setzte die Musikerin brillante Höhepunkte. Berthold Renz setzte als Solist mit seinem Akkordeon ganz neue Akzente im Blasorchester. Der mit 75 Jahren älteste aktive Musiker in der Kapelle machte den „Tango pour Claude“ zu einem stimmigen Erlebnis. Die Stadtkapelle präsentierte mit Ausschnitten aus dem Musical „Starlight Express“ außerdem ein wahres Feuerwerk an Melodien.
Das achtköpfige Saxophonensemble begeisterte nach der Pause mit „My Heart will go on“, dem bekannten Song aus dem Film Titanic. Eisig ging es mit „Ice Cream“ weiter, bei dem zahlreiche Solisten quer durch die Kapelle zum Einsatz kamen. Bei „Man in the Ice“, einem Stück, das an die Eismumie Ötzi erinnert, hörte man regelrecht das Eis schmelzen.
Nach Melodien aus dem Film „Polar Express“ setzte der Astronautenmarsch einen eiskalten, aber nicht minder mitreißenden Schlusspunkt. Als Zugabe beendete der Weihnachtsklassiker „Stille Nacht“, bei dem der ganze Saal mitsang, die Eiszeit endgültig. „Heute geht hier nicht nur eine Eiszeit zu Ende“, sagte Vereinsvorstand Klaus Wiedemann, als er den Abschied von Dirigent Marcus Borchert verkündete, der nach zwei Jahren beim Heimsheimer Musikverein an eine amerikanische Hochschule wechselt. „Offenbar ist ihm die Eiszeit zu kalt geworden, denn er wandert ins sonnige Florida aus.“
Im Anschluss an das musikalische Erlebnis gab es Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein von Musikern und Gästen.
Autor: Claudia Keller



