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Zum 10. Todestag des Illinger Künstlers Wilhelm Hager stellt seine Familie mit den Enkelinnen Angelika Burgstahler und Sonja Zaiss-Hager, seinem Sohn Reinhardt und dessen Geschwister Margret Schmid, Wolfgang und Marcel Hager sowie der Kunsthistorikerin Regina M. Fischer (von links), die Wilhelm Hager noch persönlich kennenlernte, das nun neu erschienene „Kriegstagebuch 1944“ des Künstlers vor.  Prokoph
Zum 10. Todestag des Illinger Künstlers Wilhelm Hager stellt seine Familie mit den Enkelinnen Angelika Burgstahler und Sonja Zaiss-Hager, seinem Sohn Reinhardt und dessen Geschwister Margret Schmid, Wolfgang und Marcel Hager sowie der Kunsthistorikerin Regina M. Fischer (von links), die Wilhelm Hager noch persönlich kennenlernte, das nun neu erschienene „Kriegstagebuch 1944“ des Künstlers vor. Prokoph
17.10.2016

Taschenbuch zum 10. Todestag von Wilhelm Hager

Der Todestag des bekannten Illinger Bildhauers und Kunstmalers Wilhelm Hager hat sich am Freitag zum zehnten Mal gejährt. Seine Kinder Wolfgang und Margret Schmid wohnen in Illingen und kümmern sich gemeinsam mit ihren Brüdern Reinhardt, der bei Stralsund wohnt, sowie Marcel (Berlin) um das Erbe des Vaters in ihrem Wilhelm-Hager-Atelier in der Illinger Mozartstraße 25.

Am Freitagabend hat die Familie nun das neue Büchlein „Wilhelm Hager Kriegstagebuch 1944“ vorgestellt. Auf gut 100 Seiten haben dabei Margret Schmid und ihr Bruder Marcel Hager die handschriftlichen Aufzeichnungen ihres Vaters als Textdatei übertragen und sie mit Fußnoten und einem Anhang versehen. Das Lektorat machte die Enkelin Angelika Burgstahler. Sie und ihre Schwester Sonja Zaiss-Hager sind die Kinder von Hagers ältestem Sohn Wolfgang. Angelika Burgstahler las dann aus dem Tagebuch des damals 22 Jahre alten Künstlers Wilhelm Hager.

Unter dem Titel „Meine italienische Soldaten-Reise“ berichtet Wilhelm Hager dabei seiner Mutter, wie es ihm ging. Und er schildert seine innere Zerrissenheit im Jahr 1944 zwischen den verlorenen Jugendjahren als Soldat im Krieg, dem unbändigen Drang, als Künstler die Welt mit seinen Mitteln auszudrücken und den Schikanen, die er bei der Wehrmacht erleiden muss, weil er seine Kunst gegenüber einem bornierten Oberleutnant handgreiflich verteidigte.

„Wir leben im Zeitalter der Vermassung, der Parteien, des Parteienzanks und Haders, der Organisationen“, schrieb Hager. Je mehr organisiert werde, der Einzelne in die Formation gedrängt wird, umso mehr würden die Menschen unselbstständig im Denken. Und umso größer würden die Entfernungen zwischen Genie und Masse. Und: „Die Masse braucht das Genie, aber braucht das Genie die Masse?“

In die Ausstellung führte Kunsthistorikerin Regina M. Fischer ein. Mit der Flöte umrahmte Rolf Bissinger die Lesung musikalisch. Unter den Besuchern weilte auch Illingens Alt-Bürgermeister Ewald Veigel.