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22.12.2009

Tauziehen um den Fall Wörz

BIRKENFELD. Noch ist der jüngste Richterspruch im Fall Wörz nicht der Schlusspunkt. Nachdem das schriftliche Urteil vorliegt, gehen Nebenklage und Staatsanwaltschaft davon aus, dass sie die angekündigte Revision gegen den Freispruch für Wörz aufrecht erhalten.

„Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass ich das nicht durchziehe“, sagte Michael Schilpp, der Anwalt der Familie des Opfers. Die Ex-Frau von Wörz war 1997 beinahe erdrosselt worden. Wörz wurde zunächst wegen versuchten Totschlags verurteilt, verbüßte einen Teil der Strafe und wurde nach einer Wiederaufnahme zuletzt zweimal vom Landgericht Mannheim freigesprochen.

Wörz’ Anwalt Hubert Gorka will die 112 Seiten Urteilsbegründung noch näher prüfen, hält die Entscheidung der 3. Strafkammer auf den ersten Blick aber für „revisionssicher“. Das Gericht führe auf mehr als 14 Seiten Gründe auf, die für einen anderen Täter sprächen. Den Verdacht gegen den früheren Geliebten des Opfers, einen Polizisten, hatten die Richter schon mündlich geäußert. Schilpp kritisiert dies und hält Indizien gegen Wörz weiterhin für „erdrückend“. Bei einer Revision müsste der Bundesgerichtshof das jüngste Urteil überprüfen. dpa/hei