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Eine Rose für Lucia Wiedmann: SPD-Kandidat Thomas Knapp lässt beim Straßenwahlkampf wie hier in Neuhausen Blumen sprechen.
Eine Rose für Lucia Wiedmann: SPD-Kandidat Thomas Knapp lässt beim Straßenwahlkampf wie hier in Neuhausen Blumen sprechen.
23.02.2016

Thomas Knapp kämpft für die SPD im Enzkreis um Rückkehr in den Landtag

Leere Straßen sind kein schöner Anblick für einen Wahlkämpfer. Sozialdemokrat Thomas Knapp ist als Wahlkämpfer aber so erfahren, dass er damit zur Mittagszeit im Neuhausener Teilort Schellbronn gerechnet hat. Mit dem Arm voller roter Rosen schlendert er noch immer guter Dinge in Richtung Hauptstraße und lässt sich nicht dadurch entmutigen, dass kein Passant weit und breit zu sehen ist. 

Aus dem Augenwinkel nimmt er einen Mercedes wahr. „Da sitzen doch vier Frauen drin“, sagt Knapp und reckt die Blumen in die Höhe. Strahlend deutet er auf die Rosen und macht dann eine Geste zum Straßenrand. Tatsächlich: Der Mercedes fährt rechts ran. „Darf ich Ihnen eine Rose überreichen?“, fragt Knapp ins Fahrzeuginnere. Er darf. Vier Blumen bringt er an die Frau und sagt einen Satz, den er in diesem Wahlkampf oft wiederholt. „Aber den Zettel lassen Sie an der Rose dran, damit es Daheim keine Missverständnisse gibt.“ Der Zettel trägt das rote Quadrat der SPD, Knapps Konterfei und den Hinweis auf die Landtagswahl am 13. März.

Der Mann, der zwei Wochen nach der Landtagswahl 57 Jahre alt wird, ist dabei authentisch. „So ein Wahlkampf passt zu Thomas“, sagt der Heimsheimer Genosse Bodo Knechtel, der Knapp im Biet begleitet mit Blick auf die Charme-Offensive, die der Kandidat mit Augenzwinkern und schnell angeknüpften Gesprächen startet. Das würden wohl alle in der Kreis-SPD unterschreiben, auch diejenigen, die nicht Knapps Fans sind.

Das persönliche Gespräch zählt zu Knapps Stärken. Zumindest die Kommunalpolitik wurde dem Sohn des einstigen Mühlacker Oberbürgermeisters Gerhard Knapp praktisch in die Wiege gelegt.  

Knapp hat sich schon in früheren Landtagswahlkämpfen, die ihn 2001 und 2006 ins Parlament gebracht hatten, für Schulkonzepte stark gemacht, wie sie seine Partei im Land umsetzte, als sie 2011 an die Regierung kam. Dass Thomas Knapp selbst ausgerechnet bei dieser Wahl sein Mandat nach der Zweitauszählung verlor, schmerzte den Mann aus Mühlacker. Für Beobachter war es deshalb keine Überraschung, dass Thomas Knapp schon vor einem Jahr signalisierte, dass er es noch einmal wissen will.  Knapp ist ein überzeugter Verfechter der Energiewende. In seiner Zeit als Landtagsabgeordneter von 2001 bis 2011 war er energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Der studierte Ingenieur ist mit der eigenen Firma Unomondo in Bereich erneuerbare Energie unternehmerisch aktiv, betreibt unter anderem die Biogasanlage auf dem Hohberg in Pforzheim.

Der Unternehmer Knapp ist einer, der auch Positionen vertritt, die bei einem Sozialdemokraten auf den ersten Blick überraschen. Das war zum Beispiel vor etwas über zehn Jahren so, als der Kreistag über die Zukunft der Enzkreis-Kliniken debattierte. Die SPD setzte sich mit Blick auf hohe Defizite, die der Enzkreis abdecken musste, für eine stärkere Privatisierung der Krankenhäuser ein. Knapp war einer der Vordenker dieser Haltung. Die SPD unterlag damals in der Abstimmung und das Engagement der Kommunen für die Kliniken blieb größer.

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