

NEUENBÜRG-ARNBACH. Er kam ohne Vorwarnung: Der Tornado am Donnerstagabend in Arnbach. Laut Polizei entstand ein Schaden in Höhe von rund 50.000 Euro. Am Freitag begann das große Aufräumen im Ort.
Hans Wolfinger wollte gerade zu Bett gehen, als es gegen 20.30 Uhr auf ein Mal mächtig rumste. Vor seinem Haus an der Klingstraße in Arnbach lagen rund 60 Dachziegel – zersplittert in unzählige Scherben. Eine Windhose hat das Dach großteils abgedeckt. „Nach einer halben Minute war alles vorbei“, sagt der 76-Jährige.
Auch an den Nachbarhäusern fehlen mal mehr, mal weniger Ziegel. Ein Wunder, dass es keine Verletzten gibt. Wie stark und wie lang die Windhose in der Arnbacher Ortsmitte gewütet hat, ist nicht bekannt. „Auf unserem Radarschirm ist nur eine breite Gewitterfront zu sehen, nichts Außergewöhnliches“, sagt Thomas Ruppert, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Das sei ein Zeichen, dass der Wirbelwind tatsächlich recht kurz gewesen sei.
Immerhin beschädigte der Sturm in Windeseile zehn Häuser, drei Schuppen und ein Auto – den Golf von Gerhard Moritz. Er hatte den Wagen in der Hofeinfahrt an der Bergstraße geparkt. Die umherfliegenden Dachziegel der naheliegenden Scheune sind auf den Wagen gestürzt und haben die Windschutzscheibe zertrümmert. „Als ich kurz zuvor sah, wie alles durch die Luft wirbelte, hab ich richtig Angst bekommen“, sagt Moritz, steht vor dem Haufen kaputter Ziegel in seinem Garten und wartet auf den Gutachter der Versicherung.
Geschlafen hat er nachts zuvor nur wenig. Bis 23 Uhr haben Nachbarn, Freunde und 20 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Neuenbürg und Arnbach sein Dach und das der umliegenden Häuser provisorisch mit Planen gesichert. Routinegriffe für die Feuerwehrler, wie der Neuenbürger Kommandant Manfred Wankmüller erklärt: „Das sind typische Unwetterschäden. Davon hatten wir in dieser Woche doch einige.“
Autor: Carolin Kirstein



