

An der Spitze der Bürgerenergiegenossenschaft Birkenfeld zeichnet sich ein Wechsel ab: Mitinitiator und Vorstandsmitglied Hans Dittus will sich knapp ein Jahr nach der Gründung zurückziehen.
„Er hat schriftlich angekündigt, sein Amt niederzulegen“, bestätigt Arno Heintel, der Aufsichtsratsvorsitzende der Bürgerenergiegenossenschaft (BEG). Dittus selbst wollte sich auf PZ-Anfrage nicht äußern – weder zu Gründen noch zum möglichen Zeitpunkt der Amtsniederlegung.
Am 21.Juni steht die erste Mitgliederversammlung der BEG an. „Wir hoffen, dass wir unseren Mitgliedern bis dahin einen neuen Vorstand präsentieren können“, so Heintel. Die Gespräche im Aufsichtsrat seien bereits angelaufen, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten. Denn laut Satzung braucht die BEG neben Jürgen Feuerbacher, der die BEG mit Dittus zusammen auf den Weg gebracht hatte und sein Vorstandsamt weiter ausüben wird, mindestens ein weiteres Vorstandsmitglied. Das wird dann vom sechsköpfigen Aufsichtsrat bestellt.
„Das alles hat aber keine negativen Auswirkungen auf die Bürgerenergiegenossenschaft“, beruhigt Heintel die Mitglieder, die ihr Geld in die BEG gesteckt haben. Auch wenn man offen sei für neue Projekte, mangels Möglichkeiten sei „die Investitionsphase vorerst abgeschlossen“. Der Vorstand müsse derzeit eigentlich nur dafür sorgen, dass die vier bestehenden Solaranlagen technisch reibungslos laufen. „Ansonsten brauchen wir nur die Sonne, die scheint, und die EnBW, die bezahlt“, so Heintel.
Der Aufsichtsratsvorsitzende bescheinigt Dittus gute Arbeit: „Durch sein ehrenamtliches Engagement hat er der BEG einiges an Kosten eingespart und ohne ihn wären die Dächer 2011 nicht belegt worden.“ Rund 10000 Euro hat die BEG durch die Stromeinspeisung bereits verdient. Dass es jetzt aller Voraussicht nach doch zu Trennung kommt, führt Heintel zurück „auf Spannungen, die bereits in der Gründungsphase der Energiegenossenschaft entstanden sind“. Noch ehe der frisch gewählte Bürgermeister Martin Steiner im Amt war, schuf Dittus mit der BEG-Gründung Fakten, auf Basis eines Gemeinderatsbeschlusses, der noch unter Altbürgermeister Reiner Herrmann gefällt worden war. Entgegen Steiners ausdrücklichem Wunsch, das Thema Energie in einem Gesamtentwicklungsplan umfassend anpacken zu wollen, blieb die Gemeinde außen vor. Das Verhältnis zwischen der Gemeinde, die der BEG ihre vier Dächer kostenlos zur Nutzung überlassen hat, und Dittus ist seitdem belastet (die PZ hat berichtet). Dass es so weit gekommen ist, bedauert Dittus’ Vorstandskollege Feuerbacher: „Denn unterm Strich hat er für die Bürgerenergiegenossenschaft einen guten Job gemacht.“ Im Zuge der personellen Veränderung sind nun Feuerbacher als auch Heintel bestrebt, die Gemeinde ins Boot zu holen. „Das war von Anfang an das Ziel“, so Heintel, der bestätigte, diesbezüglich mit Steiner im Gespräch zu sein. Und auch Feuerbacher begrüßte dies: „Wenn’s die Möglichkeit gibt: Von meiner Seite aus spricht nichts dagegen.“
Autor: Sven Bernhagen | Birkenfeld






