


HEIMSHEIM. Elektronische Fußfesseln in der Heimsheimer Justizvollzugsanstalt (JVA): Der dortige Anstaltschef Hubert Fluhr ist überrascht, dass auch in seinem Gefängnis vom 1. Oktober an der Versuchsballon steigen soll. Gegenüber der PZ machte er deutlich, dass er noch nicht einmal garantieren könne, für diesen Test überhaupt geeignete Insassen zu haben: „Ich werde nach Häftlingen suchen. Ob ich welche finde, weiß ich noch nicht.“
Wie berichtet, sind für das bundesweite Modellprojekt die baden-württembergischen Gefängnisse in Heimsheim, Stuttgart, Ulm und Rottenburg ausgewählt worden. Ursprünglich waren statt Heimsheim und Stuttgart die Einrichtungen in Freiburg und Mannheim vorgesehen gewesen. Als „sehr problematisch“ erachtet Fluhr die Ängste in der Bevölkerung gegen die Fußfessel. Er stellt klar: „Dafür kommen eher Täter in Frage, die Diebe sind oder Verstöße im Straßenverkehr begangen haben und keine Sexualtäter.“ Weshalb es schwierig sei, Versuchspersonen für die elektronische Fußfessel zu benennen, liegt für den Leiter der JVA Heimsheim auf der Hand: „Die Betroffenen müssen damit einverstanden sein.“ Freigänger, die tagsüber einer geregelten Arbeit nachgehen und abends in den Knast zurück kommen, ließen sich dafür kaum motivieren. Schließlich gebe es für sie dadurch keine Vorteile.
Häftlinge, die während der Testphase tagsüber arbeiten und abends nach Hause gehen dürften, seien wohl eher für die elektronische Fußfessel zu gewinnen. Bei ihnen würde elektronisch kontrolliert, ob sie die erlaubten Bewegungsspielräume von der Wohnung zum Arbeitsort auch einhalten. Eine weitere Gruppe von Gefangenen solle bei dem Versuch wie bisher im Knast bleiben und werde danach ebenfalls von der Max-Planck-Gesellschaft befragt.
Keine Bedenken gegen die Fußfessel hat der Heimsheimer Bürgermeister Uwe Rupp: „Wir arbeiten mit der JVA bestens zusammen. Sie ist aus Heimsheim nicht mehr wegzudenken und bringt der Stadt auch viele Vorteile.“
Autor: bruno knöller



