

Wimsheim. Wimsheim bleibt in Sachen Hafner-Ansiedlung gespalten: Mit einem offenen Brief an den Gemeinderat hat die Interessengemeinschaft für Wimsheim (ifw) auf die Protestunterschriftenaktion der Bürgerinitiative (BI) Wimsheim reagiert.
Die BI hatte in der zurückliegenden Woche Ordner mit über 1300 Protestunterschriften – davon 825 aus Wimsheim – gegen das geplante Industriegebiet „Breitloh West II“ und gegen die dortige Ansiedlung des Pforzheimer Unternehmens C. Hafner an Bürgermeister Mario Weisbrich im Rathaus übergeben.
In dem von Joachim Kurz, Ursula Lichtblau und Heiko Duderstadt unterzeichneten Schreiben, appellieren die Projektbefürworter an den Gemeinderat, „sich durch die vorgelegten Unterschriften nicht irritieren zu lassen und am bisherigen, klaren Kurs im Verwaltungsverfahren zum Ansiedlungswunsch der Firma C. Hafner festzuhalten“. Die ifw hält die öffentlichen Erklärungen und Informationen der Projektgegner „in wesentlichen Teilen für falsch erheblich überzogen und äußerst spekulativ“.
Gegenüber der PZ äußerste Ursula Lichtblau für die ifw: „Die Anzahl der Unterschriften überrascht uns nicht, denn die BI ist wochenlang von Haustür zu Haustür gegangen.“ Der von der BI hergestellte Bezug von 825 Stimmen gegen das Projekt mit den 845 Stimmen, die Mario Weisbrich bei der Bürgermeisterwahl erhalten habe, sei nicht stimmig. Ursula Lichtblau sagte ferner, dass „zwei Drittel der Wimsheimer Bürger nicht unterschrieben haben“, das heiße, dass sie für die Hafner-Ansiedlung oder zumindest unentschieden seien.
Im offenen Brief wird auch auf die Stimmung am Ort eingegangen. Die Diskussion sei von einer hohen Emotionalität geprägt. Es sei aber nicht im Interesse des Gemeinwohls, „wenn die Zukunft unserer Kinder und Enkel aus einem Bauchgefühl“ heraus entschieden würde. Durch die erzeugten, aber in der Sache unbegründeten Ängste, erkläre sich auch das Zustandekommen der „durchaus üppigen Unterschriftenlisten“. Mit Blick auf Arbeitsplätze und Gewerbesteuer hoffen die Projektbefürworter auf einen weiterhin eindeutigen Kurs im Gemeinderat. Dort war das Votum zum Aufstellungsbeschluss einhellig. Die Interessengemeinschaft bestärkt deshalb den Gemeinderat in der Absicht, „mit der sorgsamen, auch risikobewussten, aber konsequenten Schaffung der Voraussetzungen zur Ansiedlung der Firma C. Hafner eine große Chance für die Gemeinde wahrzunehmen, um die uns andere Gemeinden beneiden würden“.
Autor: Peter Marx





Leserkommentare (20)
Mehr KommentareProduktion ohne Produktionsstaetten! Arbeitseinkommen ohne Arbeitsplaetze. Das soll nicht funktionieren? Nein! Man muss nur ganz fest daran glauben. mehr...
In Pforzheim hat Hafner genügend Fläche ! Dort könnte sofort gebaut werden. Warum muss deshalb unbedingt in Wimsheim gebaut werden ! Es gibt genügend freie Flächen in Industriegebieten... Wimsheim ist Wohnort und Gewerbestandort. Kein Industriestandort...dafür ist die Fläche vielzu nahe an den Wohnhäusern und der Autobahn Wir brauchen hier Firmen, wie z.B. Bosch oder Porsche Zulieferer Betriebe, die bestehende Arbeitsplätze sichern. Risikobetriebe haben hier absolut nichts zu suchen. mehr...
Audi, Rolls Royce, SAP, Apple oder Airbus sind auch noch akzeptabel... mehr...