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Do, 09.02.2012
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Schnauze voll:  Auch „Spencer“, der Hund von PZ-Leserin Bianca Bachmann, hat genug davon, die Nase nur noch in den Schnee zu stecken.
Schnauze voll: Auch „Spencer“, der Hund von PZ-Leserin Bianca Bachmann, hat genug davon, die Nase nur noch in den Schnee zu stecken.
© privat

Winter weg!

Da reden sie sich in Berlin die Köpfe heiß – über Hartz IV, Medikamentenpreise oder die Frage, ob Guido Westerwelle seinen Lebensgefährten auch in Zukunft mit auf Auslandsreisen nehmen darf. Ja schaut denn von denen keiner zum Fenster raus? Sehen die denn nicht, dass wir ein ganz anderes, ein viel größeres Problem haben? Diesen elenden Winter!

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Warum tut denn niemand was? Seit Monaten geht das jetzt schon so. Dick einmummeln, morgens beim Scheiben freikratzen die Finger abfrieren, vorsichtig über zugefrorene Gehwege staksen. Das ist doch kein Zustand. Wetten, das Thermometer kann schon gar keine Temperaturen über null Grad mehr anzeigen – die hat es schlicht vergessen.

Die Volontärin ist krank. In ihrer neuen Wohnung hat die Heizung den Geist aufgegeben. Da ist es nachts so kalt geworden, dass sich die Ärmste bitterlich erkältet hat. Gute Besserung von hier, so viel Anstand muss sein, trotz Winter-Blues. Sogar der Kollege Alexander Heilemann hat die Nase gestrichen voll. Und der ist sonst ein absoluter Winter-Fan. Dass es ihm jetzt auch reicht, dass er das zugegeben hat – wenn auch kleinlaut – war einer der wenigen Glücksmomente in den zurückliegenden Wochen.

Übrig ist davon nichts mehr. Vor ein paar Tagen lag die Heizkostenabrechnung im Briefkasten. Mal ehrlich: Für das Geld ist man früher mit der ganzen Familie 14 Tage in den Urlaub gefahren.

Apropos Familie: Till, mein Jüngster, trällerte gestern Morgen auf dem Weg zum Schulbus ein Liedchen vor sich hin. Vom Refrain habe ich nur dieses Bruchstück verstanden: „... und der Schnee ist ein Schwein.“ Recht hat er. Selbst die Kinder können sie nicht mehr sehen, die „weiße Pracht“ – allein der Begriff klingt ja mittlerweile schon wie der blanke Hohn.

Wärmende Sonne, knospendes Grün, der Duft nach warmer, feuchter Erde – so in etwa müsste er sich doch anfühlen, der Frühling. Und wir sollen uns jetzt womöglich damit trösten, dass wir die Klimaerwärmung haben, ohne die es am Ende noch kälter wäre und der Schnee noch höher läge? Na: vielen, vielen Dank.

Ja, ja, man muss das Wetter eben nehmen, wie es kommt. Und den Politikern wird man es wohl auch kaum in die Schuhe schieben können, dass es derzeit dermaßen mies läuft draußen vor der Tür. Aber es muss einfach mal gesagt sein: So ein Winter gehört verboten. Und jetzt? Geht es mir schon wieder besser. Holger Knöferl

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