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13. Oktober 2009
Wörz
Harry Wörz sieht sich selbst als Opfer.
© dpa

Wörz: "Ich war es nicht" - Verteidigung fordert Freispruch

MANNHEIM. Im Prozess gegen Harry Wörz wegen versuchten Totschlags an seiner früheren Frau hat die Verteidigung Freispruch beantragt. Der Angeklagte habe weder ein Motiv, noch gebe es ausreichende Indizien dafür, dass er in der Tatnacht im April 1997 am Tatort gewesen sei, sagte Rechtsanwalt Hubert Gorka am Dienstag vor dem Landgericht Mannheim.

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Aus Sicht Gorkas gibt es aber einen „dringenden Verdacht“ gegen den damaligen Geliebten des Opfers, der - wie sie selbst - Polizeibeamter war. Er sei zwischen seiner Ehefrau und dem späteren Opfer hin und her gerissen gewesen. Gorka beantragte zudem Haftentschädigung für Wörz, der vier Jahre und sieben Monate im Gefängnis saß.

Der gelernte Installateur aus Birkenfeld war 1998 wegen versuchten Totschlags verurteilt und jahrelang eingesperrt worden, wurde aber in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Nach einer Aufhebung des Urteils durch den Bundesgerichtshofs steht er nun zum dritten Mal vor Gericht. Das Opfer ist seit der Tat schwerst hirngeschädigt und kann nicht mehr aussagen. Das Urteil ist für den 22. Oktober geplant.

Wenn das Gericht mich verurteilen sollte, würde es das Unrecht noch vertiefen“, sagte Harry Wörz am Dienstag vor der Strafkammer des Landgerichts Mannheim. Der Angeklagte aus Birkenfeld hatte das letzte Wort in dem nunmehr dritten Strafprozess gegen ihn. „Ich war es nicht, ich bin auch ein Opfer“, sagte der 43-jährige Installateur.

„Das erste Opfer ist meine frühere Frau Andrea, die Tat an ihr ist an Grausamkeit nicht zu überbieten“, sagte Wörz. Das zweite Opfer sei sein Sohn: „Es ist schrecklich, dass ich an seinem Aufwachsen bisher nicht teilhaben konnte. Ich habe seiner Mutter nichts angetan.“ Er habe zwar in den zwölf Jahren seit seiner Festnahme, Verurteilung, Freilassung und den Prozessen gelernt, mit der Opferrolle umzugehen. „Aber diese Jahre kriegen ich nicht mehr zurück. Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich keinen Mörder“, sagte Harry Wörz.

Er habe inzwischen Menschenangst und leide unter Platzangst, so der Installateur aus Gräfenhausen. „Ich hoffe aber, dass der Täter bald gefasst wird“, schloss Harry Wörz sein letztes Wort an das Gericht. rst/dpa

30.05.2011
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