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14. September 2009
Im Prozess gegen Harry Wörz stehen die Zeichen auf Freispruch.
Im Prozess gegen Harry Wörz stehen die Zeichen auf Freispruch.
© PZ-Archiv

Wörz-Prozess ist frühzeitig auf der Zielgeraden

BIRKENFELD/MANNHEIM. Der Wörz-Prozess neigt sich dem Ende entgegen. Die Entscheidung naht. „Das meiste ist erledigt“, sagte am Montag Richter Rolf Glenz. Das Landgericht Mannheim setzte nach vierwöchiger Sommerpause das Strafverfahren gegen den Angeklagten Harry Wörz aus Birkenfeld fort. Die Richter haben nur noch einen Polizisten aus Karlsruhe auf ihrer Zeugenliste.

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Die Beweisaufnahme ist aus Sicht der Kammer denn auch nahezu abgeschlossen. „Wir können dann bald entscheiden“, so der Vorsitzende Richter Glenz. Gut möglich, dass er bereits Mitte Oktober das Urteil der Kammer verkündet.

Freispruch wird erwartet

Für den 43-jährigen Installateur Harry Wörz aus Gräfenhausen sieht es gut aus – die Zeichen stehen auf Freispruch. Die Mannheimer Strafrichter haben in dem nunmehr dritten Strafprozess gegen Wörz die Ermittler der Pforzheimer Kripo immer wieder heftig kritisiert. Die Polizei habe sich vor zwölf Jahren zu früh auf den Gräfenhausener festgelegt – sie habe in ihm den Täter gesehen, der seine Ex-Frau Andrea Z. in ihrer Wohnung in Birkenfeld töten wollte, so die Richter.

Mitte Oktober könnten sie ihr Urteil verkünden. Die nächsten zwei Verhandlungstage sind im Landgericht dafür vorgesehen, noch einen Zeugen zu laden sowie Anregungen abzuarbeiten, die Staatsanwalt Philipp Zinkgräf sowie der Pforzheimer Anwalt Michael Schilpp, der die Familie des Opfers vertritt, eingereicht hatten. Womöglich wird das Strafgericht Anfang Oktober die Prozessparteien um die Plädoyers bitten.

Denn unverkennbar hat die Kammer am 23. Verhandlungstag erklärt, dass sie nicht viel von den jüngsten Anträgen der Anklageseite hält. „Ich neige dazu, das abzulehnen“, verriet Rolf Glenz bereits. Und seine Beisitzerin Petra Beck schlug in dieselbe Kerbe: „Was sollen wir denn daraus noch erkennen?“ Zuletzt drückte das Gericht aufs Tempo – schon im Juli wurden mehrere Verhandlungstage gestrichen. Richter Glenz hatte insgesamt 40 Prozesstage angesetzt, jetzt kommt er wohl mit knapp 30 Tagen aus.

Die Kammer hat seit April ein Mammutprogramm bewältigt. 80 Zeugen oder Sachverständige haben Glenz und Beck seither befragt. Präzise untersuchten sie die Arbeit der Ermittler. Sie nahmen die Ergebnisse der Pforzheimer Kripo unter die Lupe, sie versuchten aber auch erstmals aufzuhellen, was genau die Karlsruher Beamten in Pfinztal vor dem Haus ihres Kollegen Thomas H. gemacht haben.

Für die Fahnder war der Polizist neben Harry Wörz zunächst ebenfalls ein Tatverdächtiger. Thomas H. hatte sich in die frühere Frau von Wörz verliebt, war aber zu seiner Ehefrau zurückgekehrt.

Der Wörz-Prozess wird am Donnerstag, 24. September, um 9 Uhr im Landgericht Mannheim fortgesetzt.

Autor: Ralf Steinert

30.05.2011
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