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04.06.2008

Wunsch nach schnellem Internet

BAD LIEBENZELL. Schnelles Internet für Bad Liebenzells Stadtteile Möttlingen und Maisenbach-Zainen war Hauptthema in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in Bad Liebenzell.

In der Bürgerfragestunde überreichte Wolfgang Stasuk von einer Bürgerinitiative, die sich den Kampf für einen besseren Anschluss ans Internet in Möttlingen auf ihre Fahne geschrieben hat, rund 300 Unterschriften an Bürgermeister Volker Bäuerle. Überdies waren rund 70 Interessierte zur Sitzung gekommen, um die Experten von den drei Anbietern Telekom, KabelBW und Skytron zu hören. Jene stellten den derzeitigen technischen Stand vor und gaben Ausblick auf Möglichkeiten schnellerer Internetnutzung für die Zukunft.

Von 522 Haushalten werden bereits 182 Anschlüsse in Möttlingen mit dem schnellen DSL versorgt, erklärte Vertriebsmanager Volker Heieck von der Telekom. Ein schneller Ausbau für die restlichen Nutzer sei derzeit nicht machbar. In Maisenbach-Zainen müsste man zudem eine Trasse für die Verlegung der Glasfaserkabel erst noch bauen, das käme sehr teuer. KabelBW versorge in Möttlingen bereits 60 Prozent der knapp 1300 Einwohner, teilte Kommunalbetreuer Ulrich Maisenbacher mit. Ende August plane das Unternehmen, das im Jahr 2001 aus der Telekom ausgegliedert wurde, die Modernisierung seines bereits vorhandenen Netzes. Rund drei bis vier Wochen später könnten die Nutzer dann das schnelle Internet von KabelBW beziehen. „In Maisenbach-Zainen gibt es keine Infrastruktur“, wollte Maisenbacher den Bewohnern allerdings „keine Hoffnung“, auf schnelles Internet über KabelBW machen.

Kosten noch unklar

Die Firma Skytron aus Keltern könnte über Antennen und damit Breitbandzugang über Funk in zwei bis drei Monaten schnelles DSL in Möttlingen und Maisenbach-Zainen anbieten, erklärte Geschäftsführer Gerd Reckling. Man wolle bis Ende Juli die bereits vorhandene Bandbreite in Oberreichenbach vergrößern und plane eine Relaisstation in Möttlingen, um auch Simmozheim zu versorgen. Die Strahlung der Antennen sei nicht mit Mobilfunkantennen, sondern mit Erdstrahlung nach dem Prinzip des Rundfunks vergleichbar, erläuterte Reckling.

„Über Kosten reden wir jetzt noch nicht“, erklärte Bürgermeister Volker Bäuerle. Angriffe von einem Bürger auf die Telekom, jeder bezahle den gleichen Grundbetrag ohne die Möglichkeit für schnelles DSL zu haben, unterband Bäuerle sofort. Jetzt will die Verwaltung mit den drei Anbietern ausloten, auf welcher Basis man in ganz Bad Liebenzell eine Lösung finden kann, um allen Einwohnern die gleichen Voraussetzungen für schnelles Internet zu ermöglichen. „Wir müssen die schnellste, beste und kostengünstigste Lösung suchen“, erklärte Bäuerle.