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Noch macht der Intercity  Halt im Pforzheimer Hauptbahnhof. Experten des Beratungsunternehmens KCW Berlin befürchten Streichungen im Fernverkehr auf unrentablen Strecken, wenn die Bahn privatisiert wird.
Noch macht der Intercity Halt im Pforzheimer Hauptbahnhof. Experten des Beratungsunternehmens KCW Berlin befürchten Streichungen im Fernverkehr auf unrentablen Strecken, wenn die Bahn privatisiert wird.

Zug um Zug an der Region vorbei

ENZKREIS. Pforzheim droht das Aus im Fernverkehr. Die Bahn werde mehrere Städte, darunter Pforzheim, vom Intercity abhängen, so die Beraterfirma KCW aus Berlin in einer Studie. „Alles frei erfunden“, sagt dagegen die Bahn.

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Einen Kahlschlag auf den Intercity-Strecken sagen die Berliner Berater des Unternehmens KCW in einer Fachstudie voraus, wenn die Bahn privatisiert wird. Seit dem Jahr 2000 habe die Bahn bereits in 24 Städten den direkten Anschluss an den Fernverkehr gekappt. Das Ende des Intercitys (IC) in Pforzheim prognostiziert die KCW, sobald der Bahnvorstand schalten darf, wie er will. Als „hanebüchene Stimmungsmache“ hat die Deutsche Bahn (DB) AG die Ergebnisse der KCW-Studie zurückgewiesen. „Es ist frei erfunden, dass wir Dutzende Halte im Fernverkehr aufgeben“, sagte Karl-Friedrich Rausch, im DB-Vorstand für den Personenverkehr zuständig.

Nur noch eine Nebenachse

Die Strecke zwischen Karlsruhe, Pforzheim und Stuttgart ist in den vergangenen Jahren zur Nebenachse im Intercitynetz geworden. Eine neue Trasse für den schnellen ICE, die Bruchsaler Kurve, hat die Großstädte Karlsruhe und Stuttgart verbunden und an die wichtigen und profitablen Nord-Süd-Verbindungen angeschlossen. Seither gibt es die großen Fernzüge im Pforzheimer Hauptbahnhof nicht mehr. Der Eurocity nach Paris ist Geschichte. Auch den berühmten Orient-Express und den Intercity „Mozart“ über München nach Wien sind Vergangenheit. Es gibt nur noch die Intercity-Zugpaare zwischen Karlsruhe und Nürnberg im Zweistundentakt.

Dass sich private Investoren von unrentablen Strecken trennen, liegt für Matthias Lieb aus Mühlacker, Sprecher des baden-württembergischen Verkehrsclubs (VCD), auf der Hand. Der Trend sei schon lange erkennbar, dass die Bahn das IC-Angebot in Pforzheim ausdünnt: „Der Intercity ist an der Grenze zur Wirtschaftlichkeit, beim Interregioexpress zwischen Karlsruhe und Stuttgart kriegt die Bahn aus der Nahverkehrskasse des Landes freilich gutes Geld für jeden Zugkilometer.“ Interregio und Intercity fahren nahezu gleich schnell zwischen den beiden Städten. Doch der IC bietet Reisenden mehrere Vorteile – beim Platzangebot und bei der Gepäckablage; ein Zugbegleiter ist dabei; Sitze lassen sich reservieren, und Essen gibt’s auch noch.

Keine Mindestanforderungen

Die Bahn ist verpflichtet, die Grundversorgung aufrecht zu erhalten, so schreibt es das Grundgesetz vor. Doch es gibt kein Bundesgesetz, das die Vorgaben regelt. „Die Privatisierung der Bahn ist nur sinnvoll, wenn der Staat die Mindestanforderungen für die Versorgung festlegt“, sagt Matthias Lieb.

Der Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) informiert am Samstag, 19. April, von 10.30 Uhr bis 16.30 Uhr im Pforzheimer Hauptbahnhof und im Betriebsgelände im Brötzinger Tal über Alternativen zum Auto mit Bus und Bahn.

Autor: PZ-REDAKTEUR RALF STEINERT

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