



Hans-Günter Winkler und Isabell Werth haben ihre ersten Turniersiege auf einem Pony gefeiert, viele weitere Olympiasieger und Weltmeister auch. Bei ihren vierbeinigen „Sportgeräten“ handelte es sich vermutlich nicht um niedliche runde Shetlandponys, etwa solche, wie sich der Pferdesport-Laie unter der Bezeichnung Pony vorstellt.
„Das sind Rasenmäher oder Spielponys. Hier wird aber auf Sportponys geritten“, sagt Heinz Bürk aus Bad Wildbad. Und sein Urteil lässt keine Deutung zu. Der langjährige, engagierte Ponybeauftragte des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg, respektvoll „Ponypapst“ genannt, zeichnet letztlich auch dafür verantwortlich, dass die süddeutschen Ponymeisterschaften 2008 nicht mangels Veranstalter abgesagt, sondern an den Pforzheimer Reiterverein (PFRV) vergeben wurden.
Und so trafen sich am Wochenende die besten Ponyreiter aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen, um sich mit ihren rund 135 Ponys in Einzel- und Mannschaftswettbewerben zu messen. Familienministerin Ursula von der Leyen hatte dazu die Schirmherrschaft übernommen, der PFRV die Organisation und Arbeit.
Mit ihrem Stockmaß von bis zu 1,48 Metern sind die Sportponys mitunter kaum von Großpferden zu unterscheiden – das gilt ebenso für den Anschaffungspreis, wie auch die Höhe der Hürden beim M-Springen (1,30 Meter) der Meisterschaft. Solche Größenverhältnisse haben auch Großpferde bei einem S-Springen zu meistern. So sahen die Besucher, die den Weg zur Reitanlage auf dem Buckenberg fanden, tolle Leistungen junger Reiter und Amazonen. Allerdings waren keine aus dem Bereich des Reiterrings Hügelland dabei. „Wir haben genügend Ponys, aber verdammt wenig gute Ausbilder in Baden-Württemberg, die sich darum kümmern“, kritisierte Heinz Bürk.
Da konnten die Baden-Württemberger beispielsweise im Dressurviereck nicht mit den Hessen mithalten, die mit sieben Reitern und acht Ponys angereist waren und die Plätze eins und zwei in der Mannschafts- und den ersten Rang in der Einzelwertung belegten. Landestrainer Heinz-Günter Scholten war begeistert. „Ich bin sehr zufrieden. Alle haben Medaillen bekommen. Besser geht’s nicht.“ Im Springparcours wollte eigentlich der 14-jährige Pascal Lindner aus Ilsfeld die Kastanien für Baden-Württemberg aus dem Feuer holen. Er lag vor dem Finale in Führung, leistete sich dann aber einen Fehler und musste Alexandra Paul aus Altursried Sieg und Pokal überlassen.
Schlimmer traf's Franziska Ritter aus Meissenheim. Sie begrub nach einem Sturz vom Pferd, als Zweite der Gesamtwertung vor dem Finale, ihre Hoffnungen unter dem PZ-Hindernis. „Ponysport macht Spaß, auch weil es den Herrn Bürk gibt. Durch ihn kommen wir auch zu großen Turnieren“, sagte sie noch kurz zuvor. Franziska hat, wie Pascal, schon im Kindergartenalter mit dem Reiten angefangen. Beide sind auch schon auf Großpferden geritten. „Aber mit dem Pony hat man mehr Erfolg“, sagen sie. Das liegt auch daran, dass die kleineren Pferde für Kinder leichter zu handhaben sind, sagt Pascals Vater und Trainer Werner Lindner. Außerdem, „es gibt in Baden-Württemberg nur etwa zehn Ponys, die M gehen können. Vielleicht ein paar mehr, aber nicht mehr Kinder, die so weit sind.“
„Sehr zufrieden“ war PFRV-Vorsitzender Hans Schweizer-Müller. „Es war ein schönes Turnier mit einer guten Kulisse – heute Nachmittag. Wenn uns jemand bittet, so etwas wieder zu tun, werden wir das machen.“ Uli Faulhaber





