nach oben
Verschworene Gemeinschaften: Die B-Jugend der HSG Pforzheim ist sportlich erfolgreich. Welche Folgen die Auflösung der Spielgemeinschaft hat, ist noch nicht abzusehen. Foto: Becker
Verschworene Gemeinschaften: Die B-Jugend der HSG Pforzheim ist sportlich erfolgreich. Welche Folgen die Auflösung der Spielgemeinschaft hat, ist noch nicht abzusehen. Foto: Becker
Verschworene Gemeinschaften: Die C-Jugend der HSG Pforzheim ist sportlich erfolgreich. Welche Folgen die Auflösung der Spielgemeinschaft hat, ist noch nicht abzusehen. Foto: Becker
Verschworene Gemeinschaften: Die C-Jugend der HSG Pforzheim ist sportlich erfolgreich. Welche Folgen die Auflösung der Spielgemeinschaft hat, ist noch nicht abzusehen. Foto: Becker
17.03.2017

Auflösung der HSG: Handball-Nachwuchsbereich droht Zerreißprobe

Pforzheim. Bei der TG 88 Pforzheim wurde in den vergangenen Wochen vermehrt getagt. Die Auflösung der Handballspielgemeinschaft (HSG) mit dem Turnerbund Pforzheim sorgt für erhöhten Gesprächsbedarf. Wie bei jeder Scheidung geht es um die Aufteilung von Kindern und Inventar – in diesem Fall betrifft das vor allem die Jugendmannschaften.

Bei den Erwachsenen ist die Aufteilung einfach. Die Spielrechte für alle drei Frauenmannschaften (3. Liga, Badenliga, Landesliga) bleiben bei der TG 88, das Spielrecht für die Herren (Landesliga) geht an den Turnerbund. Denn der hatte dieses Spielrecht bei der vor neun Jahren geschlossenen Handball-Ehe aus einer früheren Partnerschaft mit dem TV Eutingen mitgebracht.

Spontane Bereitschaft

„Eine Scheidung ist nie einfach. Aber es läuft“, sagt Bernd Heintz. Er ist Vorsitzender der Turngemeinde 1888, die kürzlich auf einer Mitgliederversammlung über den Stand der Dinge beriet. Berichtet wurde von einer spontanen Bereitschaft einiger Mitglieder, sich in der „neuen“ TG-88-Familie zu engagieren. Beide Vereine wollen eine Herrenmannschaft melden. Kurioserweise könnte der größere Teil der Landesliga-Mannschaft bei der TG 88 landen, die einen Neubeginn in der Kreisliga plant. Doch auch der Turnerbund rechnet mit Spielern aus dem aktuellen Kader, der mit Jugendspielern ergänzt werden soll. „Und dann“, so der TB-Vorsitzende David Bregazzi, „ist es bis Saisonbeginn im September noch lange. Da finden sich noch einige Spieler.“

Spannend ist die Frage, was im Nachwuchsbereich passiert. Die TG 88 hält sich bezüglich der Mannschaftmeldungen noch zurück. „Wir müssen die Runde erst einmal sauber zu Ende spielen und dann schauen, wer wohin geht“ sagt Bernd Heintz. Er will zunächst vor allem keine Unruhe reinbringen: „Das Wohl der Kinder geht vor.“

Beim Turnerbund ist man da mit den Planungen schon weiter: „Wir werden bei Mädchen und bei Jungs alle Mannschaften von der E- bis zur B-Jugend melden“, sagt David Bregazzi.

Gespannt ist man vor allem, was aus den beiden stark eingeschätzen Mädchenmannschaften der B- und C-Jugend wird. Die B-Jugend wurde zuletzt von TGlerin Gabi Kubik betreut, die C-Jugend von David und Susanne Bregazzi. Aus diesen beiden Teams könnte sich kommende Saison eine B-Jugend bilden, die das Zeug für die Oberliga hätte – wenn nicht die Scheidung der beiden Vereine das Team auseinanderreißt.

Das Problem: Vor allem die jüngeren Jahrgänge scheinen eher Richtung Turnerbund zu tendieren. Bei den älteren aber könnten die Frauenmannschaften der TG 88 große Zugkraft entwickeln. Bei den Frauen mittrainieren und sogar mitspielen – das ist bei den Mädchen schon für die älteren B-Jugendlichen möglich. Von der Landesliga bis zur 3. Liga (oder im Falle eines Abstiegs Oberliga) reicht das TG-88-Angebot im Frauenbereich. Der Turnerbund hingegen wird keine Frauenmannschaft anbieten.

Wo Turngemeinde und Turnerbund für einzelne Nachwuchsmannschaften nicht stark genug aufgestellt sind, könnten Kooperationen mit anderen Vereinen ein geeignetes Mittel sein. David Bregazzi denkt darüber vor allem im Bereich der männlichen A-Jugend schon laut nach.