nach oben
21.04.2017

Ausländerregel im Basketball aufs Neue Stein des Anstoßes

Schwenningen/Keltern. Im Männer-Basketball machen sich die Panthers Schwenningen daran, den Kelterner Sternen beziehungsweise deren Managern Dirk Steidk nachzueifern. Steidl hatte vor gut zwei Jahren dafür gesorgt, dass in der 2. Liga der Frauen die Ausländerregelung gekippt wurde.

Dass zunächst immer drei und später noch zwei Deutsche auf dem Feld stehen mussten, bedeutete nach EU-Recht eine Diskriminierung. Inzwischen sind Deutsche und Europäerinnen gleichgestellt – auch in der ersten Frauen-Liga, in der das Team aus Keltern seit zwei Jahren spielt. Eine Beschränkung gibt es nur noch dahingehend, dass maximal drei Spielerinnen eingesetzt werden dürfen, die nicht aus Europa kommen. Bei den Männern bestehen in der BBL sowie in der zweitklassigen Pro A und der drittklassigen Pro B, in die Schwenningen aufsteigt, jedoch weiterhin andere Regelungen.

Ein Rechtsstreit droht

In der Pro B mussten bisher drei Deutsche auf dem Feld stehen. Vor einem Monat wurde als vermeintliches Entgegenkommen eine „Local player“-Regelung beschlossen. Darunter versteht die Liga Spieler, die zumindest einen Teil ihrer Jugend in einem deutschen Verein verbracht haben.

Während Hansjörg Tamoj, Vorstandsvorsitzender der AG 2. Bundesliga und Jurist, davon überzeugt ist, dass diese Regelung zulässig ist, gibt sich Panthers-Sprecher Matthias Busse damit nicht zufrieden. „Das wird sofort einkassiert“, sagt Busse, der ebenfalls Jurist ist. Sein Verein will am bewährten Kader festhalten, zudem aber neben vier Slowenen, zwei Bulgaren, einem Litauer, einem Ungarn und einem US-Amerikaner überhaupt nur zwei Deutsche gehören. Eine Klage gegen die Diskriminierung europäischer Arbeitnehmer bereitet Schwenningen vor. Busse, sagt man würde notfalls durch alle Instanzen gehen.

Der resolute Vorstoß der Schwenninger regt Dirk Bauermann auf, der als deutscher Bundestrainer die immer noch gültige 6+6-Regel für die erste Liga erkämpft hatte, die dafür sorgt, dass der halbe Kader aus deutschen Spielern besteht. Inzwischen ist Bauermann Trainer in Würzburg, und findet das Verhalten der Schwenninger laut „FAZ“ „unglaublich“ und „inakzeptabel“.

Panthers-Vertreter Busse zählt die Freizügigkeit jedoch zu den Kernelementen des vereinten Europas. Sie gehe über ein hehres Ziel wie die Förderung des deutschen Basketball-Nachwuchses.. „So ganz sicher bin ich mir nicht, worum es den Schwenningern eigentlich geht. Ob es sportliche oder doch nur persönliche Motive sind“, sagt Tamoj, Während die von ihm geführte Arbeitsgemeinschaft die Bundesliga und den allerdings nur für den Spielbetrieb bis zur Regionalliga zuständigen Deutschen Basketball-Bund hinter sich weiß, wähnen die Schwenninger weitere Vereine der Pro B auf ihrer Seite. Ob das für Dienstag angesetzte Treffen zwischen Liga und Panthers eine Einigung bringt, ist daher fraglich. dpa/rks