

KARLSRUHE. Zwei Spiele, ein Punkt nur, 1:3 Tore – der Karlsruher SC hat den befürchteten Fehlstart in die Zweite Liga hingelegt. „Anspruch und Wirklichkeit liegen bei uns im Moment weit auseinander“, gab Marco Engelhardt nach der 0:2-Niederlage in Paderborn zu. Denn als Gast des dritten Aufsteigers agierte der Bundesligaabsteiger im Grunde genommen so, als ob er sich nicht schmutzig machen wollte.
Das mangelhafte Zweikampfverhalten seiner Schützlinge, deren fußballerische Lethargie, aber auch seine „Nibelungentreue“ zu Spielern wie Christian Timm oder Marco Engelhardt könnten Edmund Becker schon bald seinen Job kosten. „Ich bin etwa 20 Jahre im Profigeschäft und trage keine Scheuklappen“, sagt der Karlsruher Chefcoach auf seine Situation angesprochen. „In erster Linie bin ich dafür verantwortlich, dass die Leistung gebracht wird, mit der wir unsere Ziele erreichen können.“ Der KSC möchte eigentlich im oberen Tabellendrittel mitspielen. „Dafür werde ich gut bezahlt. Bleibt diese Leistung aus, muss ich damit rechnen, dass der Verein die Konsequenzen zieht.“ Gehen die Wildparkprofis auch heute in acht Tagen, als Gast des TSV 1860 München, leer aus, ist dies höchstwahrscheinlich schon nach dem dritten Spieltag der Fall. Also: Beckers ganz persönlicher Countdown läuft.
„Kurzschlusshandlungen“, schloss Manager Rolf Dohmen zwar aus. „Wir werden abwarten, wie die Mannschaft reagiert. Aber eins ist klar: Noch so ein Auftritt wie in Paderborn geht nicht.“ Edmund Becker muss in den für diese Woche angesetzten zehn Trainingseinheiten die Weichen auf Erfolg stellen. Ob er den dazu nötigen Zugang zu seinen Spielern noch hat, wird Rolf Dohmen heute mit Kapitän Alexander Iashvili, Godfried Aduobe, Marco Engelhardt und Michael Mutzel erörtern.
Der KSC-Manager hat nach dem Training (16.30 Uhr) den Mannschaftsrat zu sich bestellt. „Das ist kein Misstrauen dem Trainer gegenüber“, stellt Dohmen klar. „Aber ich muss jetzt hinter die Kulissen schauen.“
Natürlich wird sich auch das KSC-Präsidium „so schnell wie möglich“, laut Clubchef Hubert Raase, der gestern aus dem Ausland zurückkehrte, mit der kritischen Situation befassen. „Wir wussten, dass wir einen guten Start brauchen, um die Unruhe im Verein nicht wieder aufkommen zu lassen“, sagte der Clubchef. „Das ist uns nicht gelungen.“
Autor: pz-mitarbeiter hans falsehr





