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Die Oberhand  behielt Frank Zeiher gegen den Ispringer Nikolai Mix.
Die Oberhand behielt Frank Zeiher gegen den Ispringer Nikolai Mix.
© PZ-Archiv

Brötzinger Husarenstück im Ringer-Derby

PFORZHEIM. Wenn es zum Ringer-Derby zwischen dem KSV Ispringen und dem SV 98 Brötzingen kommt, dann ticken die Uhren anders. Das war schon beim Vorrundengefecht an der Wildbader Straße der Fall. Auch beim Rückkampf in Ispringen rieb sich so mancher Zuschauer überrascht die Augen.

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Denn nicht die personell besser besetzten Gastgeber setzten sich in der mit rund 400 Zuschauern prallgefüllten Tennis-Halle am Winterrain durch – die Brötzinger gewannen mit 26:13.

„Für uns war das eine reine Prestigesache, weil wir nicht dieselben Aufstiegsambitionen haben wie Ispringen“, betonte SV-Trainer Eckhard Knodel, der vor etlichen Jahren auch schon einmal die KSV-Ringer betreute.

Dass dieses Husarenstück in der Höhle des Löwen gelang, lag im Wesentlichen an drei Gewichtsklassen: Zum Einen revanchierte sich der Brötzinger Eduard Reich II bei seinem Kontrahenten Waldemar Reiswich für die erlittene Vorrunden-Niederlage im Freistil. Diesmal gab Reich im griechisch-römischen Stil (96 Kilo) den Ton an und schulterte seinen Gegner in der zweiten Runde.

Tarnecki-Comeback

Zudem zauberte Brötzingen den Polen Lukasz Tarnecki (74 Kilo/griechisch-römisch) aus dem Hut, der seit fünf Jahren keinen Kampf mehr für die „98er“ bestritten hatte. Tarnecki holte einen 3:0-Punktsieg gegen den Ex-Brötzinger Alexander Mix. Den größten und wohl entscheidenden Coup landeten die Gäste allerdings in der Freistil-Klasse bis 66 Kilogramm. Hier schlug Jürgen Wagner KSV-Trainer Vasilij Zeiher. Der ehemalige deutsche Meister und Olympia-Teilnehmer Zeiher wurde bei einem Achselwurf vom Brötzinger Jungstar ausgekontert und landete auf den Schultern. „Jürgen war hochmotiviert. Er hat extra fünf Kilo abgekocht“, schwärmte Knodel und fügte hinzu: „Bei seinem Gegner war wohl auch ein Schuss Überheblichkeit mit im Spiel.“

Die Ispringer Seite sah das freilich etwas anders: „Wir stehen wegen des Todesfalls in unserer Trainingshalle immer noch unter Schock“, gestand Co-Trainer Jörg Latossek. Toni Salemi, der Vater der Ispringer Ringer Selef und Sebastian Salemi, war vor zwei Wochen während des Trainings einem Herzinfarkt erlegen. Wiederbelebungsversuche vor Ort blieben erfolglos. „Bei der Beerdigung am Freitag kamen alle diese Dinge nochmal hoch“, verriet KSV-Vorstand Werner Koch und nahm seinen Trainer ausdrücklich in Schutz: „Vasilij hat den Kopf nicht frei. Ihn belastet der tragische Vorfall besonders.“

Unter diesen Voraussetzungen war es beim Derby auch verständlich, dass die Salemi-Brüder nicht auf die Matte gingen. So kam Ralf Quehenberger in der Klasse bis 55 Kilo ohne Gegner kampflos zum Erfolg. David Wagner (60 Kilo/Schultersieg über Bijan Faghani), Frank Zeiher (66 Kilo/technische Überlegenheit gegen Nikolai Mix) und Patrick Windelband (84 Kilo/3:1-Punktsieg über Jörg Latossek) strichen die restlichen Brötzinger Siege ein. Für den KSV Ispringen erzielten lediglich Alexander Kuhn (74 Kilo/Aufgabesieger gegen Kian Faghani), Artur Kulak (84 Kilo/Schultersieg über Albinus Kiefer) und Sefer Esen (120 Kilo/technische Überlegenheit gegen Eduard Reich I) Viererwertungen.

Autor: PZ-Mitarbeiter Peter Hepfer

30.11.2009
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