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Familie glücklich gemacht:  Christian Eichner beim Autogrammschreiben mit Philipp, Patrick, Karsten und Patrizia Weigel aus Ölbronn.
Familie glücklich gemacht: Christian Eichner beim Autogrammschreiben mit Philipp, Patrick, Karsten und Patrizia Weigel aus Ölbronn.
© Ketterl

„Ein kleiner Durchbruch“

Sein Stern als Profi-Fußballer ging vor gut zwei Jahren mit der Rückkehr des Karlsruher SC in die erste Bundesliga auf. Nach dem Abstieg und 13 Jahren im Wildpark wechselte Christian Eichner (26) im Sommer zum Dietmar-Hopp-Club TSG 1899 Hoffenheim. Dort muss der gebürtige Sinsheimer wöchentlich um seinen Einsatz kämpfen. PZ-Mitarbeiter Peter Hepfer nutzte eine Autogrammstunde beim Pforzheimer BMWAutohaus AHG, um mit dem Abwehrspieler zu sprechen.

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Vor gut zwei Wochen gelang Ihnen gegen Nürnberg ein Traumtor. Ist dadurch der Knoten geplatzt, oder war das nur eine schöne Begleiterscheinung?

Christian Eichner: Für mich persönlich war es zumindest ein kleiner Durchbruch. Es bleibt letztlich aber nur eine schöne Begleiterscheinung. Dieser Moment hat mir aber gezeigt, dass ich es auch in Hoffenheim schaffen kann. So eine Situation habe ich einfach gebraucht, um mir künftig noch mehr zuzutrauen. Hochhängen möchte ich dieses Tor trotzdem nicht. Denn eine Woche später saß ich in Freiburg wieder auf der Bank.

Warum sind Sie in Hoffenheim nicht so gut in Tritt gekommen wie beim KSC?

Eichner: Vor allem die Anpassung war schwieriger, als ich es mir gedacht habe. Im Hoffenheimer Kader stehen auch mehr Topspieler als beim KSC. Immerhin habe ich zu Saisonbeginn mehr als die Hälfte aller Spiele mitgemacht. Trotzdem war das unbefriedigend, weil ich aus Karlsruher Tagen anderes gewöhnt bin. Wenn ich die bisherigen vier Monate in Hoffenheim aber Revue passieren lasse, kann ich zufrieden sein.

Gab es weitere Eingewöhnungsprobleme?

Eichner: Morgens musste ich zu Anfang immer höllisch aufpassen, dass ich nicht nach Karlsruhe zum Training fahre. Die Kopfsache hat gedauert. Schließlich habe ich 13 Jahre beim KSC gespielt – von der Jugend, über die Amateure bis zu den Profis. Das war meine Heimat und dort bin ich groß geworden. Da kann man nicht einfach auf Knopfdruck alles abhaken, das KSC-Trikot am 30. Juni aus- und das Hoffenheimer am 1. Juli anziehen.

All zu weit weg von Karlsruhe hat es Sie nicht verschlagen. War ein Wechsel nach Hoffenheim als gebürtiger Sinsheimer der logische Schritt?

Eichner: Ich wollte weiter Bundesliga spielen und in der Region bleiben. Außerdem gibt es dort mit Ralf Rangnick einen Trainer, der mir den Eindruck vermittelt, dass er mich als Spieler in allen Belangen verbessern kann.

Ein schwäbischer Trainer und ein badischer Spieler. Das funktioniert?

Eichner (lacht): Die üblichen Sticheleien gibt es schon mehr zwischen mir und ehemaligen Stuttgartern wie Andreas Beck und Co. Da wird fast täglich gefrotzelt. Aber das braucht man als Fußballer auch, um ein bisschen Spaß in die Sache reinzubringen.

Wo liegen für Sie die Unterschiede zwischen dem KSC und der TSG Hoffenheim?

Eichner: Der Hauptunterschied liegt im System. In Karlsruhe haben wir mehr reagierend gespielt, abwartend, auf Konter lauernd. Das hat auch lange funktioniert. In Hoffenheim wird viel mehr agiert. Und es ist ganz klar festgelegt, wer, was, in welcher Situation zu tun hat. Deshalb ist in den Medien auch vom „Konzeptfußball“ die Rede. Wir versuchen, dem Gegner von Anfang an unser Spiel aufzudrücken. Das ist viel laufintensiver und aggressiver – ein komplett anderes Konzept als in Karlsruhe.

Apropos KSC – dort gibt es seit Kurzem einen neuen Präsidenten. Wie beurteilen Sie die Lage bei Ihrem Ex-Verein?

Eichner: Nach einem Abstieg ist es generell schwierig, irgendwelche positiven Gefühle zu entwickeln. Ich kann nur sagen, dass die Vorgänger von Herrn Metzger fantastische Arbeit geleistet haben. Da hat es jeder Nachfolger schwer. Man sollte dem neuen KSC-Präsidenten aber die Chance geben, die Dinge weiter positiv voranzutreiben. Viel wichtiger ist im Augenblick aber, dass die Jungs das Sportliche in den Griff kriegen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der KSC noch in das Rennen um Platz drei eingreifen kann. Soviel Qualität hat die Mannschaft. Dann wird es außen herum auch wieder ruhiger.

Stichwort Studium an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe. Gibt es den Studenten Christian Eichner überhaupt noch?

Eichner: Ja natürlich, aber auf Sparflamme. Ich versuche, ein, zwei Dinge pro Semester durchzuziehen, um vom Fußball etwas abschalten zu können. Darin werde ich auch vom Verein unterstützt. Die kümmern sich sehr gut um mich.

Wie sehen Ihre persönlichen

Saisonziele aus?

Eichner: Für mich gibt es im Moment eigentlich nur eine Devise: Wenn Andreas Ibertsberger wieder zurück ist, trotzdem einen Stammplatz in der Mannschaft zu erobern. Und nicht nur dann spielen, wenn sich jemand verletzt hat oder ein Spieler gesperrt ist.

11.11.2009
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