

Welcher wechselwillige Kicker kennt dieses Szenario nicht? Die Transferperiode neigt sich ihrem Ende, und einen neuen, passenden Verein zu finden, gestaltet sich schwieriger als erwartet. Angebote interessierter Clubs bleiben aus oder erfüllen die eigenen Erwartungen nicht. Pech gehabt!
„Nein“, sagt Stefan Kalischnigg. Zusammen mit dem befreundeten Ehepaar Attila und Katharina Horn sowie seiner Freundin Sandra Mika hat der 26-jährige Auszubildende zum Justizvollzugsbeamten vor rund einem halben Jahr die Website „ascomo“ ins Leben gerufen – ein Fußballnetzwerk im Internet, das Spielern, Sponsoren, Trainern und Vereinen auf Amateurebene eine breite Plattform zum Austausch von Informationen und Kontaktdaten bietet. Das Quartett habe bemerkt, dass immer mehr Vereinen eine Möglichkeit fehle, um neue Spieler oder einen passenden Trainer zu werben. „In einigen Clubs scheinen die Verantwortlichen einfach nicht mehr zu wissen, wie sie an Akteure oder potenzielle Trainerkandidaten herantreten sollen. Unser Portal soll den Erstkontakt erleichtern – diese Aufgabe erfüllen wir ganz gut“, sagt Kalischnigg.
Tatsächlich ist die Internetseite „ascomo“ sehr benutzerfreundlich. Die Registrierung ist kostenlos und nimmt nur wenig Zeit in Anspruch. Dann können bereits erste Kontakte mit anderen Mitgliedern geknüpft und ein eigener Steckbrief erstellt werden. Dieser kann anderen Usern zugänglich gemacht werden.
Für das virtuelle Fußballnetzwerk spricht außerdem die Resonanz in und um Offenburg, der Heimat von Kalischnigg. Der Schutterwalder, selbst leidenschaftlicher Fußballer mit langjähriger Erfahrung in der Oberliga, zeigt sich vom Zuspruch überrascht: „Wir haben zurzeit etwa 600 User. Darauf sind wir stolz, weil unsere Werbemittel sehr bescheiden sind. Es befriedigt uns am meisten, wenn wir sehen, dass unser Projekt genutzt wird.“
Im Fußballkreis Pforzheim ist die Internetseite „ascomo“ bislang noch weitgehend unbekannt. Generell hat sich das Projekt über die Grenzen der Gründerregion hinaus noch keinen Namen gemacht. Kalischnigg ist sich dennoch sicher, dass „ascomo“ ein Webportal mit Zukunft ist – sogar deutschlandweit: „Wenn die Kugel einmal ins Rollen kommt, kann das alles ganz schnell gehen. Ich bin mir sicher, dass in vielen Regionen ein Bedarf danach besteht.“
Erste Erfolge bei Vermittlungen hat „ascomo“ bereits zu verzeichnen. „Wir haben zwar keine Funktion, die uns das automatisch anzeigt“, sagt Kalischnigg, „aber die Leute rufen bei uns an und bedanken sich, wenn sie einen neuen Spieler oder Trainer gefunden haben.“
Autor: Jerôme Nell





