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Vorfreude:  Der in Schwarzenberg aufgewachsene Neven Subotic spielt heute für Serbien gegen Deutschland. Gestern hatte er noch jede Menge Spaß beim Training.
Vorfreude: Der in Schwarzenberg aufgewachsene Neven Subotic spielt heute für Serbien gegen Deutschland. Gestern hatte er noch jede Menge Spaß beim Training.
© Fourie

Einer von ihnen: Schwarzenberg ist stolz auf Neven subotic

Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Die deutsche Nationalmannschaft verliert am Freitag gegen Serbien mit 0:1. Überragender Mann: Neven Subotic. Die deutschen Angreifer verzweifeln am serbischen Innenverteidiger. Subotic geht in der 90. Minute mit nach vorne und köpft den Ball ins Tor von Manuel Neuer. In Schwarzenberg würde man sich darüber sicher nicht freuen. Ein bisschen schmunzeln würden sie aber schon im Clubhaus des TSV. Denn Subotic ist einer von ihnen.

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Als Zweijähriger kam Neven im Jahre 1990 mit seiner Familie nach Schömberg. Sie waren Kriegsflüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina. Vater Zeljko, selbst ein ehemaliger Fußball-Profi, nahm den Sohn jedes Wochenende mit zum Fußball. Als Neven acht Jahre alt war, meldete ihn der Vater beim TSV Schwarzenberg an. Die Trainer Uwe Schwämmle und Joachim Theurer erkannten schnell das Talent. „Er hatte ein sehr gutes Auge. Er war aber auch sehr eigensinnig und hat den Ball nicht abgespielt“, erinnert sich Theurer. 1999 endete die Auf- enthaltserlaubnis der Familie Subotic. Sie wanderte in die USA, nach Salt Lake City, aus. Die neun Jahre in Schwarzenberg haben Neven aber geprägt. Noch heute kehrt er regelmäßig in den Nordschwarzwald zurück, den er als seine Heimat bezeichnet. In Engelsbrand wohnt auch sein bester Freund „Bobo“ Ivankovic, der Neven Subotic vor der WM ins Trainingslager nach Serbien kutschierte. „Neven kommt sehr gerne. Hier kann er sich noch ganz normal bewegen, ohne ständig angesprochen zu werden“, sagt Ralf Haug, der Fußball-Abteilungsleiter des TSV Schwarzenberg. „Dort fühle ich mich wohl“, bestätigt Subotic.

In den USA wurde Neven Subotic nicht nur vom Stürmer zum Verteidiger, er wurde auch zum amerikanischen Jugendnationalspieler. 2006 kehrte er auf eigene Faust nach Deutschland zurück, spielte zunächst beim FSV Mainz in der 2. Liga und seit 2008 bei Borussia Dortmund.

2008 stand Subotic auch vor der Wahl, in welcher Nationalmannschaft er spielen möchte. Aufgrund seines außergewöhnlichen Lebenslaufes standen nämlich Deutschland, USA und Serbien zur Wahl. Subotic könnte also heute auch auf der anderen Seite des Spielfeldes stehen. Doch er entschied sich im Dezember 2008 für Serbien. „Es war die logische Wahl. Meine ganze Familie kommt von dort. Ich bin im serbischen Teil Bosniens geboren.“ Im März 2009 lud Serbiens Coach Radomir Antic den kopfballstarken Innenverteidiger zum Länderspiel gegen Rumänien ein. Am 28. März war es so weit: Subotic wurde in der 66. Minute für Marco Pantelic eingewechselt. Es war die Krönung einer bis dahin schon unglaublichen Karriere. Inzwischen stehen 14 Länderspiele für Serbien im Stammbuch.

Nummer 15 wird ein Besonderes. Gegen seine Wahlheimat Deutschland rückt der 1,93 Meter lange Spieler in die Mannschaft, weil Aleksandar Lukovic bei der 0:1-Niederlage gegen Ghana Gelb-Rot gesehen hat. „Das wird das Spiel meines Lebens, weil es mein erstes WM-Spiel von Anfang an ist und weil ich die meiste Zeit meines Lebens in Deutschland verbracht habe. Ich denke sogar auf Deutsch“, sagt Subotic.

Obwohl sie ihren Neven mögen drücken die Schwarzenberger heute natürlich Deutschland die Daumen. „Serbien anfeuern? So weit geht die Freundschaft dann doch nicht“, sagt Ralf Haug mit einem Schmunzeln. Die Freundschaft würden sie Neven Subotic aber auch dann nicht kündigen, wenn das eingangs beschriebenen Szenario Wirklichkeit werden würde. Martin Mildenberger

SWR 4, Radio Tübingen, sendet heute um 12.30 Uhr zum Thema Neven Subotic eine Reportage aus Schwarzenberg

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