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Etliche starke Ergebnisse erzielte Ferdinand Talmon mit Chambertine. Foto: Matthaes
Etliche starke Ergebnisse erzielte Ferdinand Talmon mit Chambertine. Foto: Matthaes
19.10.2016

Einsatz von Springreiter Ferdinand Talmon bei Top-Turnier als Krönung der Saison

Die internationale Reitsportelite trifft in diesem Jahr schon zum 32. Mal in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle aufeinander. Zum zweiten Mal hat der junge Pforzheimer Springreiter Ferdinand Talmon die Qualifikation für das Turnier (16. bis 20. November) geschafft.

Neben dem Weltcup-Auftakt der Spring- und Dressurreiter gelten das Vierspänner-Hindernisfahren sowie die Indoor-Derby Vielseitigkeitsprüfung als Höhepunkte der Turniertage. Die Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Rio messen sich in der Landeshauptstadt erneut miteinander. Neben Vielseitigkeits-Ass Michael Jung, dem Europa- und Weltmeister sowie doppeltem Olympiasieger aus Altheim, hat mit Isabell Werth auch die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt mit Spritzenpferd Weihegold zugesagt.

Unter die Stars der Szene mischt sich bei den German Masters erneut Talmon. Es war der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere, als der 16-jährige Schüler des Fitz-Erler-Gymnasiums in Pforzheim im vergangenen Jahr beim Finale des Nürnberger-Burg-Pokals in Stuttgart an den Start gehen durfte. In der Serie für Springreiter unter 18 Jahre messen sich jährlich die besten Nachwuchsreiter Baden-Württembergs, um im Rahmen der German Masters den Gesamtsieger auszumachen. Nach einer erfolgreichen Saison schloss Ferdinand Talmon seine Premiere in der Schleyer-Halle mit Platz acht ab. Ein Ergebnis, mit dem der Schützling des Benzenbühler Springausbilders Jörg Widmaier nicht ganz zufrieden war: „Ich war von der Kulisse vor Ort sehr beeindruckt und lag zuvor tagelang krank im Bett. Da haben wir nicht zu unserer gewohnten Form gefunden“, blickt der im Pforzheimer Reiterverein groß gewordene Sportler zurück.

In dieser Saison gelang dem Talent, das mittlerweile fürs Pferdesportzentrum Benzenbühl an den Start geht, der große Durchbruch. Neben seinem Paradepferd Aragon hatte Talmon seit Jahresbeginn die sprunggewaltige Stute Chambertine zur Verfügung. Mit ihr zu springen, ermöglichte ihm die Züchterfamilie Ederle.

Nach anfänglichen Starts in der leichten Klasse machte sich das Potenzial des neuen Pferdes schnell bemerkbar. Talmon ritt auf Chambertine Schritt für Schritt in die Spitze und feierte in Nussdorf seinen ersten Sieg in der Klasse S. Das ist ein Triumph, wie er im Alter von 16 Jahren selten ist: „Ich habe mit Aragon und Chambertine zwei tolle Pferde unter dem Sattel. Mit diesen beiden lässt es sich beruhigt in die Zukunft schauen“, freut sich der junge Mann über seine hocherfolgreiche Saison.

Reiter legt die Nervosität ab

Zum Abschluss steht in einem Monat erneut die Reise in die Landeshauptstadt an, nachdem der S-Sieger in vier von insgesamt fünf Qualifikationen wertvolle Punkte sammeln konnte. „In der Schleyer-Halle reiten zu dürfen ist für jeden Reiter die Krönung. Alles was Rang und Namen hat, tritt hier gegeneinander an. Und diesmal weiß ich ja, was mich erwartet“, freut sich der Junior auf das Finale seiner Altersklasse.

Die Chancen auf eine gute Platzierung stehen nach den starken Ritten dieser Saison nicht schlecht. Allerdings wird mit Bundeskadermitglied Alia Knack und Vorjahressieger Niels Carstensen auf jeden Fall starke baden-württembergische Konkurrenz am Start sein. Bei der schwierigen Wahl des Pferdes vertraut Jungspund Talmon auf den Rat von Trainer Widmaier: „Ich kann mich eigentlich immer darauf verlassen, was er mir empfiehlt. Wir sind ein eingespieltes Team.“

Auch der Ausbilder steigt in den Sattel. Er gehört zu den besten 25, die das BW-Hallenchampionat bestreiten. Zunächst stehen für Talmon und Widmaier trainingsintensive Tage an, um topfit zu sein, wenn es in Stuttgart zählt.