

PFORZHEIM. Nach dem Aufstieg in die Eishockey-Regionalliga müssen sich die Blue Gold Stars einen neuen Trainer suchen. Siegi Seidel wird nicht weitermachen. Der 43-Jährige sieht keine Perspektive für die neue Runde.
Vor zwei Jahren übernahm Siegi Seidel als Trainer das Kommando beim Eishockey-Landesligateam des VfR Pforzheim. Mit dem Ziel: Aufstieg in die Regionalliga. Das ist ihm in dieser Runde in eindrucksvoller Art und Weise gelungen. Mit 14 Punkten Vorsprung vor der ESG Esslingen gewannen seine Jungs souverän den Titel. Doch es war nicht alles Gold was bei den Blue Gold Stars glänzte. Nun das Aus. Seidel hört auf. Grund: „Ich habe meine Vertragsverlängerung davon abhängig gemacht, dass der Verein die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Regionalliga schafft. Das war nicht der Fall und deshalb ist Schluss“, erklärt Seidel.
Was der Coach forderte, waren vor allem Verstärkungen. Regionalliga-erfahrene Spieler sollten her, denn sonst wäre man in der neuen Saison nur „Kanonenfutter“ (Seidel) gewesen. „Ich hatte auch einige Spieler an der Hand, doch denen muss man eben auch etwas bieten – und wenn es nur Fahrgeld ist“, sagt der Trainer, der auch während der Runde die Unterstützung des Vereins vermisste. So musste der technische Projektleiter nach eigenen Angaben Spritgeld für Spieler zahlen, die kleine Feier zu Weihnachten finanzieren und auch den Bowlingabend. Ebenso griff er für die Polo-Shirts zur Meisterschaft selbst in den Geldbeutel. „Ich bin schon sehr enttäuscht“, blickt Seidel zurück.
„Uns sind eben die Hände gebunden“, entgegnet Martin Hämmerle (55), Eishockey-Abteilungsleiter des VfR Pforzheim und fügt hinzu. „Siegi Seidel hat Vorstellungen, die der Verein einfach nicht finanzieren kann. Die Eishockey-Abteilung sei schuldenfrei und das wolle man auch bleiben. Ein finanzieller Kraftakt käme deshalb nicht in Frage. Monatlich müsste man schon Eiskosten von rund 1500 Euro decken.
„Um Sponsoren zu bekommen, muss man sich eben auch darum bemühen“, kritisiert Seidel und erinnert daran, dass der Verein sich in dieser Spielzeit 10 000 Euro Werbeeinnahmen von einer Agentur durch die Lappen habe gehen lassen. Seidel hatte jemanden gefunden, der eine zehn Quadratmeter große Werbetafel neben der Hallen-Uhr anbringen wollte. Für den Zwei-Jahresvertrag bot der Werbepartner angeblich 10 000 Euro. „Man hat ihn aber nach Hause geschickt“, so Seidel. Warum? Martin Hämmerle hat die Antwort: „Die wollten ein 40 Quadratmeter großes Banner anbringen, das hat aber die PKM, der die Halle gehört, nicht zugelassen, mit der Begründung, dass es auch andere Werbeflächen gibt.“
Seidel und Hämmerle – sie kommen wohl nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner. Beide gehen getrennte Wege. Seidel („Meine Forderungen waren nicht utopisch“) wartet nun auf neue Angebote. Und wie sieht’s bei den Blue Gold Stars aus? Steht der Eishockey-Sport in Pforzheim vor dem Aus? „Auf keinen Fall“, sagt Hämmerle. „Wir sind mit Spielern und Sponsoren in Gesprächen und werden auch in der kommenden Runde in der Regionalliga eine starke Truppe haben.“ Und wer wird neuer Trainer? „Auch für diesen Job werden wir jemanden finden“, versichert der Abteilungsleiter.
Autor: PZ-Redakteur Dominique Jahn





