15. Mai 2012

Karlsruher SC

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Da hatte die Polizei noch leichtes Spiel: Nach dem Abpfiff wollten KSC-Fans das Spielfeld stürmen, doch sie wurden schnell zurückgedrängt. Später dann vor und im Stadion sahen sich die Beamten zahlreicher Angriffe ausgesetzt.
Da hatte die Polizei noch leichtes Spiel: Nach dem Abpfiff wollten KSC-Fans das Spielfeld stürmen, doch sie wurden schnell zurückgedrängt. Später dann vor und im Stadion sahen sich die Beamten zahlreicher Angriffe ausgesetzt.
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Zu massiven Ausschreitungen kam es nach dem Relegationsspiel KSC gegen Jahn Regensburg. Karlsruher Fans hatten vor dem Wildparkstadion versucht, Regensburger Fans zu attackieren, und im Stadiongelände hatten sie Absperrungen niedergerissen, dabei Spieler und Funktionäre in Gefahr gebracht.
Zu massiven Ausschreitungen kam es nach dem Relegationsspiel KSC gegen Jahn Regensburg. Karlsruher Fans hatten vor dem Wildparkstadion versucht, Regensburger Fans zu attackieren, und im Stadiongelände hatten sie Absperrungen niedergerissen, dabei Spieler und Funktionäre in Gefahr gebracht.
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Fan-Krawall mit 75 Verletzten - Frau muss in Klinik

Das 2:2-Unentschieden im Wildparkstadion war zu wenig. Der Karlsruher SC hat in zwei Relegationsspielen gegen SSV Jahn Regensburg den Kürzeren gezogen und ist aus der 2. Liga abgestiegen. Das hat einige KSC-Fans so frustriert, dass sie nach Spielende zuerst das Spielfeld stürmten und dann vor dem Stadion randalierten. Bei den Fan-Krawallen gab es 75 Verletzte, darunter 18 Polizisten, und 109 Menschen, die vorübergehend in Gewahrsam genommen wurden. Eine Frau stürzte abseits der Fanattacken drei Meter in die Tiefe und muste mit schweren Rückenverletzungen in eine Klinik gebracht werden.

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Bildergalerie: 75 Verletzte bei Randale nach KSC-Relegation
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Unmittelbar nach dem Schlusspfiff stürmten KSC-Anhängerden Rasen und versuchten, Feuerwerkskörper zu zünden. Auf der anderen Seite feierten wenige hundert Regensburger, dass die imposante Serie erneut gehalten hatte, nach der sich in dieser Relegation immer der Drittligist durchsetzt. Durch das massive Eingreifen der Einsatzkräfte der Polizei wurden die Karlsruher Platzstürmer aber schnell wieder in ihre Blöcke zurückgedrängt.

Bildergalerie: Karlsruher SC steigt in die 3. Liga ab
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Vor dem Wildparkstadion aber konnten die Ausschreitungen nicht so leicht verhindert werden. «Weder Fans noch Mannschaft haben sich zweitliga-tauglich gezeigt», sagte ein Polizeisprecher. Solche Ausschreitungen habe er noch nie erlebt, so der Sprecher weiter.

Gelingt dem KSC in der kommenden Saison der direkte Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga?

An der Ecke Adenauerring und Theodor-Heuß-Allee, wo sich regelmäßig die Ströme von Heim- und Gästefans begegnen, kam es zunächst zu verbalen Provokationen zwischen Karlsruhern und den rund 600 im umzäunten Bereich am Stadioneingang Ost stehenden Regensburgern. In der Folge entlud sich der Abstiegsunmut über den zwischen den Lagern stehenden Polizeibeamten. Im Schutz der Dunkelheit und des angrenzenden Waldes warfen Karlsruher Ultras und Hooligans immer wieder Steine, Flaschen, Holzprügel und Verkehrsleitkegel auf die Einsatzkräfte. Zudem feuerten sie Böller und Pyrotechnik in deren Richtung.

Ein weiterer Brennpunkt ergab sich an dem durch Gitter gesicherten Bereich hinter dem Stadion, wo sich bis zu 500 teilweise vermummte Fans versammelten und ihren Unmut zum Ausdruck brachten. Hier gelang es 150 Karlsruher Fans, in den gesicherten Bereich zu gelangen, wo sie offenbar die KSC-Geschäftsstelle und die Stadionwache stürmen wollten. „Dutzende Menschen mussten sich in Sicherheit bringen“, meldete der SWR. Wie am Osteingang, musste die Polizei auch hier Pfefferspray und Hiebwaffen einsetzen.

Nachdem es gelungen war, die Eindringlinge zurückzudrängen, trat eine gewisse Entspannung dadurch ein, dass Verantwortliche und Spieler des KSC das Gespräch mit den Wartenden suchten. Gegen 23.40 Uhr konnten schließlich die Gäste-Busse mit Polizeibegleitung über den Adenauerring und das Durlacher Tor den Heimweg antreten.

Unterdessen kam es am Westeingang des Wildparkstadions zu einem Angriff von rund 50 Randalierern gegen drei szenekundige Beamte – auch hier kamen schließlich Hiebwaffen und Pfefferspray zum Einsatz. In direkter Nachbarschaft suchten über hundert sogenannte Fans die Auseinandersetzung mit der Polizei. Insgesamt 109 Personen wurden daraufhin von den Beamten eingeschlossen und in Gewahrsam genommen.

In der Folge wurden bei diesen die Personalien einzeln erhoben, die Personen mit der Videokamera aufgenommen und Platzverweise ausgesprochen, denen letztlich auch Folge geleistet wurde. Diese Videoaufnahmen werden nun zu den weiteren strafrechtlichen Ermittlungen herangezogen. Acht Personen wurden wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher und einfacher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung festgenommen. Diese erwarten entsprechende Strafanzeigen.

Gegen 1.00 Uhr entspannte sich die Lage zusehends, so dass die Sicherheitskräfte nach und nach entlassen werden konnten. Gegen 3.00 Uhr war der Einsatz schließlich beendet. Insgesamt hatte die Polizei 210 Beamte im Einsatz; dazu kamen 350 Ordner, so dass rund 560 Sicherheitskräfte eingesetzt waren. "Mit einem derartigen Gewaltausbruch war trotz verantwortungsvoller Planung nicht zu rechnen gewesen", heißt es in einer Mitteilung der Karlsruher Polizei.

Während die Regensburger sich im Bus Gedanken über eine Zukunft in der zweithöchsten Spielklasse im deutschen Fußball machen konnten, muss man sich beim KSC überlegen, wie man die 3. Liga sportlich und finanziell überlebt. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) forderte als Konsequenz Stadionverbote. Man habe es hier nicht mit enttäuschten Fans, sondern mit Straftätern zu tun.

Autor: tok/dpa/pol

16.05.2012

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Schelling
15.05.2012
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Als Geschenk zum Abstieg sollte man dem KSC gleich noch die Rechnung für den Polizeieinsatz incl. der Kosten für die verletzten Polizisten hinterherschicken. Dann dürfte sich das Problem erledigt haben. mehr...

neigschmeckte
15.05.2012
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Völlig durchgeknallt. Bei solchen Idioten sollte eigentlich der Polizei erlaubt werden, sich effektiver zu wehren. Wie kann es sein, dass es inzwischen völlig normal zu sein scheint, Polizisten anzugreifen, mit Steinen, Flaschen, Holzknüppeln... Wo leben wir denn? In Absurdistan? mehr...

halli hallo
15.05.2012
KSC steigt ab: Fan-Krawall mit 76 Verletzten

@ all kann ich nur zustimmen 'Wildpark' zuschließen und mit gesamten Inventar ins Endlager oder ins Bootscamp Pfui deibel..... mehr...

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