26. Juli 2013
Marion Obleser
Marion Obleser

Frauenfußball im Fußballkreis Pforzheim

PZ-Interview mit Marion Obleser, seit 2002 Mädchen- und seit 2006 zusätzlich Frauenbeauftragte im Fußballkreis Pforzheim, zur Frauen-EM und wie es mit dem Frauenfußball im Pforzheimer Fußballkreis aussieht.

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PZ: Haben Sie die deutschen Frauen im Finale erwartet?

Marion Obleser: Eigentlich nicht, ich bin positiv überrascht und dachte eigentlich, dass Schweden das Halbfinale gewinnt. Unser Sieg war ein bisschen glücklich, aber verdient. Am besten gefällt mir Torfrau Nadine Angerer, sie ist der große Rückhalt. Die Mannschaft war von Bundestrainerin Silvia Neid auch taktischer hervorragend eingestellt.

PZ: Wird Deutschland jetzt auch Europameister?

Marion Obleser: Die Chancen im Finale stehen 50:50. Ich tippe auf ein 2:1 für Deutschland. Zweiter sind wir ja schon, das ist doch schon etwas. Deshalb sollten wir uns im Endspiel auch nicht unter Druck setzen lassen. Die EM ist schon jetzt ein großer Erfolg für die ziemlich ersatzgeschwächte junge, deutsche Mannschaft.

PZ: Ist Frauenfußball immer noch eine Randsportart?

Marion Obleser: Ja. Die Heim-WM 2011 hat nicht den erhofften großen Boom in Deutschland gebracht.

PZ: Wie ist die Situation im Fußballkreis Pforzheim?

Marion Obleser: Gemischt. Es kommen immer mal wieder Mannschaften dazu, andere melden ab. Zurzeit haben wir in der Kleinfeldrunde der Landesliga zwölf Teams, auf dem Großfeld in der Landesliga drei und in der Verbandsliga Baden eine Mannschaft mit dem FV Niefern. Das ist aktuell die beste Frauenmannschaft im Kreis. Dazu kommen diverse Mädchenmannschaften. Ein Problem ist, dass die großen Vereine im Fußballkreis keine Mädchenmannschaften haben, vor allem in der Stadt Pforzheim. In der Kernstadt bietet nur der VfB Pforzheim Mädchenfußball an. Deshalb fehlt oft der Nachwuchs. Vorbildliche Arbeit im Mädchenbereich leisten beispielsweise der FV Göbrichen, der 1. FC Dietlingen oder auch der FV Niefern.

PZ: Was ist der blödeste Spruch, den Sie je über Frauenfußball gehört haben?

Marion Obleser: Dass Frauen halt nicht richtig Fußball spielen können, höre ich immer wieder. Doch vor allem durch die Erfolge der Frauen-Nationalmannschaft ist das Image ein bisschen besser geworden. Klar, Frauen spielen nicht so athletisch und so schnell, aber gute Fußballspiele sieht man trotzdem. Im Großen und Ganzen sind wir aber mittlerweile mit unserem Image zufrieden und fühlen uns anerkannt, auch im Fußballkreis Pforzheim. Was leider fehlt, sind ausreichend Sponsoren. Da hinken die Frauen den Männern immer noch weit hinterher.

Autor: Das Gespräch führte Martin Mildenberger

26.07.2013
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