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16.05.2008

Fußball-Märchen für "Zauberzwerg" Marin

MÖNCHENGLADBACH. Für „Zauberzwerg“ Marko Marin ist ein Fußball-Märchen wahrgeworden. Nur wenige Tage nach dem Bundesliga- Aufstieg mit Borussia Mönchengladbach bereitete Joachim Löw dem Mittelfeldspieler mit der Berufung in das vorläufige EM-Aufgebot den nächsten Feiertag. „Ich war sehr überrascht und konnte es zunächst kaum glauben“, kommentierte der 19 Jahre alte Debütant am Freitag die überraschende Entscheidung des Bundestrainers zugunsten des Dribbel-Künstlers.

Marin ist neben Teamgefährte Oliver Neuville und Patrick Helmes (1. FC Köln) einer von drei Zweitliga-Profis, die von Löw eine Einladung für die EM-Vorbereitung des DFB-Kaders auf Mallorca erhielten. Vor allem der Name Marin sorgte in der Fachwelt für Verblüffung. Mit schelmischem Lächeln begründete der Bundestrainer die unerwartete Entscheidung: „Er ist ja noch - nicht nur was seine Körpergröße anbetrifft - ein Küken. Aber er hat herausragende Qualitäten in Eins-gegen-eins-Situationen. Von diesen Spielertypen haben wir nicht viele.“
Die positive Entwicklung von Marin im erfolgreichen Aufstiegskampf seines Vereins und die vielversprechenden Auftritte in der U 21- Nationalmannschaft gaben den Ausschlag zugunsten der nur 1,68 Meter großen Nachwuchshoffnung. „Wir haben ihn eine ganze Weile beobachtet. Er macht viele überraschende Dinge“, lobte Löw. Selbst die Aussicht, bei der endgültigen Benennung des 23er-Kaders in wenigen Tagen einer der drei Streichkandidaten zu sein, konnte die gute Laune Marins nicht schmälern: „Jetzt freue ich mich erst einmal auf Mallorca.“
Die frohe Kunde des Bundestrainers sorgte nicht nur bei Marin für Hochstimmung. Borussia-Sportdirektor Christian Ziege wertete die Berufung seiner beiden Profis als Indiz für die gute Arbeit beim Altmeister: „Es ist grandios, wenn gleich zwei Spieler eines Zweitligisten in der Nationalmannschaft dabei sind.“
Mit der Benennung von drei Spielern aus dem Fußball-Unterhaus sorgte Löw für ein Novum und untermauerte seinen Ruf als Mann der überraschenden Personalentscheidungen. Der viermalige Nationalspieler Helmes, der für Köln bislang 17 Saisontreffer erzielte, und der 66 Mal international berufene Neuville (15 Saisontore) sollen helfen, die Offensive der Nationalelf zu beleben. Helmes reagierte ähnlich euphorisch wie seine beiden Mitstreiter aus Liga 2: „Am Ende der Hinrunde war ich noch weit davon entfernt. Geil, dass ich dabei bin. Im letzten Jahr habe ich nicht mal zu den besten 40 gehört.“