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Um den Ball kämpft Dimitris Diamantakos (links) mit Philipp Lahm.  Am Ende behielt der KSC die Oberhand gegen scheinbar übermächtige Bayern. Foto: dpa
Um den Ball kämpft Dimitris Diamantakos (links) mit Philipp Lahm. Am Ende behielt der KSC die Oberhand gegen scheinbar übermächtige Bayern. Foto: dpa
17.01.2016

Gefühlte Bundesliga beim Testspiel: KSC schägt Bayern mit 2:1

Dreizehneinhalb Jahre mussten die Fans des Karlsruher SC auf diesen Tag warten: Erstmals seit dem 20. Juli 2002 hat der Fußball-Zweitligist am Samstag wieder den FC Bayern München bezwungen. Wie damals, als der Birkenfelder Moritz Hoeft doppelt traf, war es auch in diesem Jahr ein Testspiel, das der KSC für sich entschied: 2:1 (1:1) hieß es am Ende vor 28.373 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion.

Der 19-jährige Boubacar Barry (16. Minute) und Dimitrij Nazarov mit einem Foulelfmeter (74.) stellten mit ihren Toren den verdienten Sieg der Gastgeber sicher. Arturo Vidal hatte zwischenzeitlichen mit einem feinen Schlenzer zum 1:1 (21.) für den Rekordmeister getroffen. Dabei hatte Bayern-Trainer Pep Guardiola im ersten Spiel nach seiner Ankündigung, den Rekordmeister nach Ablauf dieser Saison zu verlassen, fast alles dabei, was Rang und Namen hat. Nur Mario Götze, Franck Ribery, Medhi Benatia und Juan Bernat sind noch nicht wieder fit.

Der Rekordmeister hatte insgesamt zwar auch die größeren Spielanteile, der KSC jedoch die besseren Chancen. Der sensationelle Sieg nahm in der 73. Minute Form an. Erwin Hoffer strebte mit dem Ball am Fuß auf das von Manuel Neuer gehütete Bayerntor zu und wurde von Jerome Boateng zu Fall gebracht. Der sah dafür die Rote Karte und Nazarov verwandelte den fälligen Strafstoß sicher. In Unterzahl konnte der FCB seine Gastgeber nicht mehr in Verlegenheit bringen und musste sogar noch froh sein, dass Dominic Peitz nicht seine Kopfballchance zum 3:1 für den KSC nutzte (82.).

„Jetzt sind wir auf jeden Fall wach“, meinte Nationalkeeper Neuer nach der Partie. „In Hamburg müssen wir anders auftreten.“ Und FCB-Kapitän Philipp Lahm ergänzte vor dem Rückrundenauftakt gegen den Hamburger SV: „Am Freitag wird man eine andere Bayern-Mannschaft sehen – vor allem aggressiver.“ Im Karlsruher Lager hingegen war die Freude natürlich groß. „Wir sind aber nicht so naiv“, trat Sportdirektor Jens Todt auf die Euphoriebremse, „dass wir dieses Ergebnis überbewerten.“ Vielleicht jedoch, spaßte Cheftrainer Markus Kauczinski, werde der KSC das 2:1 in seinen Briefkopf aufnehmen.

Da sich Torhüter Dirk Orlishausen nach knapp einer halben Stunde am rechten Sprunggelenk verletzte und im Trainingslager zunächst kürzertreten muss, nahm der KSC gestern auch seinen A-Jugendtorhüter Phillip Amelung mit nach Benahavis in Andalusien – und das in aller Frühe: Treffpunkt am Wildparkstadion war um 5.30 Uhr, Abflug in Stuttgart um 8.05 Uhr.