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Energische Auszeit mit Kelterns Coach Hergenröther.
Energische Auszeit mit Kelterns Coach Hergenröther. © Walter
01.12.2016

Girona für die Rutronik Stars Keltern eine Nummer zu groß

„Wisst ihr, was ich möchte?“, hatte Christian Hergenröther seine Rutronik Stars Keltern gegen Ende der Videoanalyse seine Basketballerinnen gefragt. Die Antwort gab er selbst: „Ich möchte, dass ihr die 7 und die 25 wütend macht, dass ihr sie richtig ärgert.“ Damit hatte er vor dem EuroCup-Spiel bei Spar City Girona die beiden Power Forwards in den Fokus gerückt: Hailey Peters und Ify Ibekwe. Dass die beiden 16 ihrer 21 Zähler in den ersten zwei Vierteln markierten, sagt viel über das Spiel aus. Mit 65:54 (19:8, 18:13, 16:21, 12:12) hatten die Sterne am Donnerstagabend gegen den großen Favoriten das Nachsehen.

Nach der Schweigeminute für die in Kolumbien abgestürzten Fußballer des brasilianischen Erstligisten Chapecoense fanden die Gastgeberinnen schneller zu ihrem Spiel: Sofia Silvas Zweipunktewurf, Artemis Spanou von der Freiwurflinie, Ibekwes Dreier – 6:0 nach zwei Minuten. Erst danach beendete Stephanie Wagner von der Dreipunktelinie Kelterns Fehlwurfreigen. Hoffnungsschimmer blieben jedoch auch danach die Ausnahme. 12:3 stand es nach sechs, 25:11 nach zwölf Spielminuten. Zu selten erreichten die Sterne gegen die großgewachsenen Spanierinnen den Korb, zu oft machten sie es ihnen auf der anderen Seite aber auch zu einfach – etwa in der 17. Minute, als sich Ibekwe durch den Halbkreis tankte und zum 33:13 vollendete.

Während Hergenröther vor dem Spiel die Länge der Gastgeberinnen als größte Herausforderung ausgemacht hatte, hatte Gironas Headcoach Eric Suris den umgekehrten Weg eingeschlagen: Klein, unbequem und unberechenbar seien die Sterne – allen voran Jasmine Thomas, Quenice Davis und Emmanuella Mayombo. Zumindest etwas unbequemer wurde es für Suris‘ Spielerinnen vor den Augen der rund 500 Zuschauer in der Arena Pavelló Fontajau – darunter vier Sterne-Fans – im dritten Viertel durchaus. Ein Grund dafür: Kelterns gesteigerte Aggressivität unter dem eigenen Korb. Danach zeigten indes wieder die Spielerinnen aus der 100.000-Einwohner-Stadt, was wirklich in ihnen steckt: Eine Auszeit, vier Angriffe – und am Ende des dritten Viertels stand es 53:42.

Enger wurde es danach kaum noch. Auch, weil die Schiedsrichter ein Foul an Leonie Elbert in dieser Phase gegen sie pfiffen. 12:12 endete das Schlussviertel, 65:54 das Spiel. „Wenn wir von Anfang an gespielt hätten wie in der zweiten Halbzeit, hätten wir eine Chance gehabt“, ärgerte sich Mayombo danach. „Aber davor waren wir gegen einen starken Gegner einfach zu schwach.“ Das spiegelte sich auch in der Rebound-Statistik wieder: 9:27 verlor Keltern diese vor der Pause, nur noch 23:24 danach.

Die Niederlage war genauso einkalkuliert worden, wie in einer Woche mit einem Sterne-Sieg gegen die Portugiesinnen vom Clube Uniao Sportiva zu rechnen ist. Die Entscheidung über Platz zwei in Gruppe F würde dann in zwei Wochen fallen: Mit einem Sieg oder einer knappen Niederlage gegen Castors Braine aus Belgien stünde Keltern im Achtelfinale.

Mehr zum Spiel lesen Sie am Freitag in der "Pforzheimer Zeitung".