29. April 2012

Rugby-Bundesliga: Erfolgsmodell TV Pforzheim

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Im Rugby-Halbfinale schaffte der TV Pforzheim die Sensation: Trotz des verlorenen Heimrechts konnte der SC 1880 Frankfurt mit 46:25 deklassiert werden. Jetzt freuen sich die Pforzheimer auf das Finale der Deutschen Rugby-Meisterschaft in Heidelberg.
Im Rugby-Halbfinale schaffte der TV Pforzheim die Sensation: Trotz des verlorenen Heimrechts konnte der SC 1880 Frankfurt mit 46:25 deklassiert werden. Jetzt freuen sich die Pforzheimer auf das Finale der Deutschen Rugby-Meisterschaft in Heidelberg.
© Keller
Obwohl am grünen Tisch den Pforzheimern in der Rugby-Bundesliga das Heimrecht im Halbfinale gegen SC 1880 Frankfurt genommen wurde, bewies der TVP am Ende doch, dass sportliche Entscheidungen auf dem Rasen getroffen werden. Die Pforzheimer siegten 46:25 und stehen nun im Finale.
Obwohl am grünen Tisch den Pforzheimern in der Rugby-Bundesliga das Heimrecht im Halbfinale gegen SC 1880 Frankfurt genommen wurde, bewies der TVP am Ende doch, dass sportliche Entscheidungen auf dem Rasen getroffen werden. Die Pforzheimer siegten 46:25 und stehen nun im Finale.
© Symbolbild: dpa
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Jetzt erst recht! TV Pforzheim schlägt Frankfurt und steht im deutschen Rugbyfinale

Jetzt erst recht! Unter diesem Motto und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch sind die Rugbyspieler des TV Pforzheim am Samstag zum Halbfinale der Deutschen Rugby-Meisterschaft nach Frankfurt gefahren. Am grünen Tisch hat man ihnen zwei Punkte abgezogen, der SC 1880 Frankfurt hatte dadurch das Heimrecht im Halbfinale gewonnen. Es sollte den Hessen nichts nützen. Mit 46:25 deklassierte der TVP den SC 1880.

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Bildergalerie: Rugby-Halbfinale: TV Pforzheim deklassiert SC 1880 Frankfurt
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Die in vom Verein bezahlten Fanbussen mitgereisten Rugby-Freunde aus der Region hatten nach einer kleinen Irrfahrt gerade noch rechtzeitig das sonnige SC-Stadion betreten. Doch vom Anpfiff weg gab es für die Pforzheimer Kolonie zunächst nur ein Frankfurter Powerplay zu sehen. Die erste Viertelstunde gehörte dem SC. Folgerichtig fiel dann das 3:0 für die Frankfurter durch einen Strafkick.

Bildergalerie: Die Fans des TVP hatten ihren Spaß beim Halbfinale
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Doch beim TVP schien man sich nun an das Motto zu erinnern. Jetzt erst recht legten die Pforzheimer einen Gang zu, attackierten entschlossener. Und nach etwas mehr als einer halben Stunde führten die Gäste mit 13:3. Jeremy Te Huia hatte seine beiden Strafkicks sicher verwandelt und Mustafa Güngör in der 28. Minute einen Versuch im Frankfurter Malfeld abgelegt.

Die ersten Pforzheimer Fans hatten sich schon heiser gebrüllt, da erholten sich die Frankfurter langsam von dem Schock der in dieser Deutlichkeit sicher unerwarteten Gegenreaktion. Hatte sich der SC zu sicher gefühlt? In der Rückrunde der Rugby-Bundesliga besiegten die Frankfurter den TVP nämlich noch souverän mit 49:7. Jetzt waren die Pforzheimer plötzlich zumindest ebenbürtig. Mit großem Einsatz kämpften sich die Gastgeber heran und schafften durch zwei späte Versuche von Viliami Raea und Kieran Manawatu und einen Erhöhungskick kurz vor dem Halbzeitpfiff das 15:13.

Aus Pforzheimer Sicht war das schon mehr als man – nüchtern betrachtet – erwarten konnte. Und es reichte, um die Hoffnungen der mitgereisten Fans am Leben zu halten. Die hegten nämlich immer noch einen Groll gegen den Punktabzug durch den Deutschen Rugby-Verband, was sie auch mit einem Transparent gegenüber der Haupttribüne zum Ausdruck brachten.

Doch so wie sich die zweite Halbzeit in Frankfurt entwickelte, so verschwand auch das Thema Punktabzug aus den Diskussionen unter den verärgerten Fans, die sich schon auf ein Heimspiel im Eutinger Rattachstadion gefreut hatten. Die passende Antwort aus Pforzheimer Sicht gab der TVP auf dem Platz. Und die war eindeutig. Die zweite Spielhälfte gehörte allein dem Team aus der Goldstadt, das vor einem Jahr noch in der Zweiten Liga spielte und vor zwei Jahren sogar noch drittklassig war. Der SC, in den vergangenen fünf Jahren immer im Finale und zweimal Deutscher Meister und dreimal Vizemeister geworden, wurde einfach überrannt.

Der TVP spielte druckvoller, ideenreicher, kam mit Scott Bain und Jason Kupa zwischen der 50. und 60. Minute zu zwei Versuchen, die Jeremy Te Huia mit seinen sicheren Kicks erhöhen konnte. Te Huia traf in der zweiten Halbzeit gleich noch viermal bei Strafkicks zwischen die Stangen. Er sammelte allein 26 Punkte.

Fast so viele hatte am Ende der SC auf seinem Konto, denn in der 80. Minute fand Chad Shepherd die Lücke in der Abwehr des TVP und legte einen Versuch ab. Zu spät, um noch eine Wende einleiten zu können. Denn den Schlusspunkt setzen kurz darauf die Pforzheimer. Alex Jessop drückte den Ball beim letzten Versuch im Malfeld des SC auf den Boden, und Te Huia verbuchte vor dem Abpfiff die Erhöhung für sich.

Der 46:25-Sieg des TVP geht in dieser Höhe voll in Ordnung und verlagerte die Geräuschkulisse im Stadion einseitig auf die Ecke, in der sich die Pforzheimer Fans hinter Auswechselspielern, Trainer und Betreuern versammelt hatten. Geräuschvoll verlief auch die Heimfahrt im Fanbus – in der Nähe des Flughafens war nämlich ein von einem anderen Auto abgedrängter Kleinwagen in die Flanke des Busses gekracht. Doch der kleine Unfall auf der Autobahn verlief glimpflich für den TVP-Fantross, der mit Verspätung wieder die Heimfahrt aufnehmen konnte.

In Frankfurt wird man noch eine Weile an der Klatsche zu knabbern haben, in Heidelberg wird man aufhorchen. Beim Abonnementmeister Heidelberger RK, in den letzten drei Jahren zweimal Deutscher Meister und einmal Vizemeister, dürfte man nicht mit so einer eindeutigen Empfehlung des unerwarteten Finalgegners aus Pforzheim gerechnet haben. Der HRK siegte im zweiten Halnfinale 71:21 gegen den SC Neuenheim.

Das Endspiel ist zwar am 5. Mai, 16 Uhr, auf dem Platz des Heidelberger RK, doch der TVP hat in Frankfurt gezeigt, was er von Heimvorteilen hält. Und wenn die vermeintlichen Außenseiter aus der Goldstadt mit ihrer Jetzt-erst-recht-Einstellung beim HRK auftrumpfen können, gibt es vielleicht endlich wieder einmal Bewegung im deutschen Spitzenrugby. Das Finale von 2012 ist nämlich das erste Endspiel seit 2007, in dem sich nicht Mannschaften aus Heidelberg und Frankfurt gegenüberstehen. Also Zeit für einen Wechsel in der Liste der Meistertitel. Jetzt erst recht.

Die Versuche des TVP

Mustafa Güngör 28. Minute, Erhöhung Jeremy Te Huia
Scott Bain 51. Minute, Erhöhung Jeremy Te Huia
Jason Kupa 59. Minute, Erhöhung Jeremy Te Huia
Alex Jessop 84. Minute, Erhöhung Jeremy Te Huia 

Die Strafkicks des TVP

Jeremy Te Huia 23. Minute
Jeremy Te Huia 34. Minute
Jeremy Te Huia 43. Minute
Jeremy Te Huia 46. Minute
Jeremy Te Huia 62. Minute
Jeremy Te Huia 76. Minute

 

Autor: Thomas Kurtz

06.10.2012

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freddi
29.04.2012
Jetzt erst recht! TV Pforzheim schlägt Frankfurt und steht im deutschen Rugbyfinale

Super. Herzlichen Glückwunsch. Hoffentlich bringt das was für die Popularität des Rugbys in Pforzheim mehr...

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