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03.09.2009

KSC-Präsident Raase: "Meine Mission ist beendet"

KARLSRUHE. Präsident Hubert Raase von Fußball-Zweitligist Karlsruher SC wird sich auf der Mitgliederversammlung des Vereins am 30. September 2009 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. „Meine Mission ist beendet. Ich bin über sieben Brücken gegangen. Jetzt ist es raus, ich werde nicht mehr antreten“, sagte der Unternehmer, der dem Verein seit dem 27. November 2002 vorsteht.

Vizepräsident Rainer Schütterle wird sein Amt ebenfalls zurückgeben. Lediglich Vize Michael Steidl wollte sich noch nicht festlegen. „Grundsätzlich stehe ich dem Verein noch zur Verfügung, aber nicht um jeden Preis“, sagte er.

Raase verwies darauf, dass er den Verein gemeinsam mit seinen Präsidiumskollegen in den vergangenen Jahren konsolidiert habe. „Aber es ging mir nicht nur um das Geld. Es ging mir ums Herz. Es ging mir ums Vertrauen. Und es ging mir um Karlsruhe“, sagte der 65-Jährige. Sein Amt, das 2002 außer ihm habe keiner haben wollen, sei mittlerweile „von einer heißen Kartoffel zu einer leckeren Pommes frites“ geworden. „Das erkennt man schon daran, dass sich für die Wahlen mittlerweile drei Kandidaten gefunden haben, die keine Angst haben“, sagte er.

Manager Rolf Dohmen will auch unter einem neuen Präsidium seinen Vertrag erfüllen. „Ich habe in den letzten acht oder zehn Monaten die Birne hingehalten und auch kräftig draufgekriegt. Aber ich lasse mich künftig von keinem mehr anmachen. Ich werde jetzt nicht mehr den Mund halten. Ich werde in Zukunft das sagen, was ich denke“, sagte Dohmen und griff vor allem den Verwaltungsrat des Vereins an. „Dass man da unter die Gürtellinie argumentiert, wie das vom Verwaltungsratsvorsitzenden in der Vergangenheit, so etwas gehört sich einfach nicht“, sagte der 57-Jährige.

An einen Rückzug denkt er jedoch in keinem Fall. „Ich bin bereit, den Kampf aufzunehmen. Ich habe einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010. Ich könnte mich zurückziehen, aber das mache ich nicht. Ich bin noch nie in meinem Leben davongelaufen. Es geht hier nicht um Rolf Dohmen, es geht um den KSC. Und nur um den KSC. Aber eines möchte ich in aller Deutlichkeit sagen: ob Rolf Dohmen noch bis zum 30. Juni 2010 noch Manager des Vereins ist, entscheidet ganz allein Rolf Dohmen. Und sonst niemand“, sagte der Rheinländer.