



KARLSRUHE. Es sollten am Mittwoch eine Menge wichtiger Entscheidungen im Wildpark fallen. Doch die Präsidiumssitzung zog sich hin und etliches wurde vertagt. Dabei sollte sich auf dem Personalsektor einiges klären.
Die Badener wollten einen neuen Trainer präsentieren. Doch die Einigung mit Wunschkandidat Markus Schupp blieb noch aus. Klar ist: Der KSC bekommt einen neuen Präsidenten und wohl auch einen neuen „alten“ Torhüter. Nachdem Manager Rolf Dohmen samt seinen Präsidiumshelfern zwei Wochen lang einen Nachfolger für den entlassenen Cheftrainer Ede Becker suchte, ist Markus Schupp als einziger Kandidat übrig. Doch der Teufel lag im Detail, man konnte sich noch nicht endgültig einigen, die Unterschrift von Schupp fehlt noch. Ein Problem soll die Laufzeit des Vertrages sein.
Schupp soll so schnell wie möglich das Trainingszepter im Wildpark schwingen. Es war schon lange kein Geheimnis mehr, dass er der Wunschkandidat der KSC-Funktionäre war. Mitkonkurrent Jürgen Kohler soll, nicht zuletzt wegen der Fanproteste gegen seine Verpflichtung, schon seit Tagen aus dem Rennen gewesen sein. Der 43-jährige Schupp bestritt als Profi 351 Bundesligaspiele unter anderem für Bayern München und den 1.FC Kaiserslautern. Der Mittelfeldspieler gewann zwei deutsche Meisterschaften. Derzeit arbeitet er als Assistent von Huub Stevens bei Red Bull Salzburg in Österreich. Sein Vertrag läuft dort bis 2011, doch Schupp kann ablösefrei ins Badische wechseln.
Schupp hat auch als Cheftrainer Zweitligaerfahrung gesammelt. Er trainierte als Chefcoach von 2004 bis 2006 den Zweitligisten SV Wacker Burghausen, schaffte Rang acht und neun, ehe er entlassen wurde. Aber mit welchem Präsidium „Wunschkandidat Schupp“ arbeiten wird, steht nicht fest. Der augenblickliche Präsident Hubert H. Raase wird es nicht mehr sein. Er gab bei einem Pressegespräch gestern Abend bekannt, dass er sich am 30. September nicht mehr zur Wahl stellt. Der Unternehmer hatte den KSC vor dem wirtschaftlichen Ruin bewahrt. Auch Vizepräsident Rainer Schütterle tritt nicht mehr an. Der andere Stellvertreter, Michael Steidl, will „abwarten und mit den Präsidentschaftskandidaten Gespräche führen“, ehe er sich entscheidet. Man munkelt, dass sich Steidl mit dem Präsidentschaftskandidaten Siegfried König eine Zusammenarbeit durchaus vorstellen könnte. Sollte jedoch Rolf Kahn, Vater von Oliver Kahn, Präsident werden, würde ein Verbleib von Steidl als Vizepräsident schwierig, denn Kahn tritt wohl mit einer eigenen Mannschaft an.
Manager Rolf Dohmen will auch unter einem neuen Präsidium seinen Auftrag erfüllen. „Ich habe in den letzten Monaten die Birne hingehalten und auch kräftig draufgekriegt. Aber ich lasse mich künftig von keinem mehr anmachen“, brummte der 57-Jährige und griff den Verwaltungsrat des Vereins an. „Da wird unter der Gürtellinie argumentiert, so etwas gehört sich einfach nicht.“
Klarheit muss bei der Personalie Markus Miller geschaffen werden. Doch auch diese Entscheidung ist vertagt worden. Der Torhüter wurde zu Saisonbeginn auf die Tribüne verbannt, weil die Badener seine vertraglich zugesicherte Prämien in Liga zwei nicht mehr bezahlen können. Miller hoffte auf eine Offerte aus Liga eins, doch die blieb aus. Nach Ende der Wechselzeit signalisierte der Berater des Keepers, dass man auf einen Großteil der Prämien verzichten würde. Das KSC-Präsidium tendiert zu einer Miller-Rückkehr, doch auch hier müssen noch Details geklärt werden. Miller bekannte, dass er sich freuen würde, „wenn ich wieder in den Kampf um den Platz im Tor eingreifen könnte.“ Er habe hart trainiert und sei absolut fit.
Autor: PZ-mitarbeiter peter putzing





