

KARLSRUHE. Die Pflichtaufgabe ist erledigt. Das Minimalziel Klassenerhalt hat der Karlsruher SC durch das 1:0 über Rot Weiß Ahlen erreicht. Eigentlich ein Grund zur Freude. Aber: Pustekuchen! Die KSC-Profis wurden gnadenlos ausgepfiffen. Sitzkissen flogen. Mit Pfui-Rufen wurden die Schupp-Schützlinge geradezu in die Kabine gejagt. Nach einem Fehlpass-Festival waren die Anhänger total enttäuscht. Der KSC hatte seinen Fans Folter-Fußball geboten. Das war ein Auftritt von völlig verunsicherten Profis, die anscheinend das Fußball spielen verlernt haben.
Das Siegtor von Sebastian Langkamp war der einzige Lichtblick im tristen Spiel. Langkamp traf per Abstauber, nachdem Macauley Chrisantus mit einem Kopfball nach einem Freistoß von Timo Staffeldt noch an Gästekeeper Sascha Kirschbaum gescheitert war.
Gegen den Absteiger Ahlen präsentierten sich die Badener als leblose, lauffaule und konzeptlose Mannschaft. Taktik? Fehlanzeige! Dabei hatte man anderes vor. So hatte Vizepräsident Arno Glesius angekündigt: „Wir wollen unseren Fans schon jetzt Lust machen auf die neue Saison!“ Den KSC-Anhängern ist nach dieser erneut dürftigen Vorstellung die Lust jedoch vergangen.
Dass Trainer Schupp nach der desolaten Vorstellung seiner Mannschaft erklärte: „Man kann nicht immer nur im Negativen rumwühlen“, konnte kaum einer verstehen. Ebenso wie seine Auswechslungen, die von Pfeifkonzerten begleitet wurden. Schupp nahm die beiden einzigen kreativen Akteure im Kader – Gaetan Krebs und Lars Stindl – aus der Mannschaft, und brachte dafür die Zerstörer Marco Engelhardt und Andreas Schäfer. Schupp wollte das 1:0 gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Ahlen über die Zeit bringen.
Dass der Karlsruher Trainer vor der Partie immer wieder gebetsmühlenartig erklärte, dass seine Elf „spielerisch sehr stark“ sei, klang wie Hohn. Da waren die wahren Worte von Manager Arnold Trentl geradezu wohltuend: „Natürlich freue ich mich über den Klassenerhalt. Aber die Art und Weise wie der zustande kam, kann ich absolut nicht gutheißen. Das war ein ganz schlimmer Auftritt, da braucht man nichts zu beschönigen.“
Dass die Badener zudem enorm viel Glück hatten, um das Schlusslicht zu besiegen, beweisen die drei Aluminiumtreffer, die die Ahlener zu verzeichnen hatten. „Nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft hat gewonnen“, lautete das Fazit von Gästetrainer Christian Hock.
KSC-Mittelfeldmann Timo Staffeldt, einer der ganz wenigen Akteure, die am Freitagabend Normalform erreicht hatten, verschwand nach dem katastrophalen Auftritt seiner Mannschaft ungehend wortlos in der Kabine.
Autor: Peter Putzing





