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16.10.2016

KSC unterliegt Nürnberg - Fanrandale überschattet die Partie

Karlsruhe. Der Karlsruher SC hat einen weiteren harten Rückschlag hinnehmen müssen. Durch seine erste Saison-Heimpleite in der 2. Fußball-Bundesliga rutschte das Team von Trainer Tomas Oral auf den 15. Platz ab. Die Nordbadener kassierten am Sonntag bei spätsommerlichem Traumwetter eine bittere 0:3 (0:2)-Niederlage gegen den bisherigen Tabellennachbarn 1. FC Nürnberg. Dabei hatte Enrico Valentini zunächst die Riesenchance zur Führung. Der Verteidiger scheiterte mit seinem unplatziert geschossenen Strafstoß allerdings an Nürnbergs Torhüter Thorsten Kirschbaum (54. Minute).

«Das ist eine bittere Niederlage. Die ganze Mannschaft ist geknickt», konstatierte KSC-Sportdirektor Jens Todt ernüchtert. «Das Spiel war viel enger, als es das Ergebnis aussagt.» Der frühere Profi bedauerte vor allem den vergebenen Elfmeter. Todt räumte ein, dass es bei dem Traditionsverein «auch unruhig» werde, wenn die Ergebnisse nicht stimmten. «Wir kämpfen dagegen an», versicherte er.

Überschattet wurde die mittelmäßige Partie vor 16 065 Zuschauern im Wildparkstadion durch Tumulte zwischen den beiden Fanlagern. «Club»-Fans hatten etwa zehn Minuten vor Schluss Feuerwerkskörper abgebrannt, danach eskalierte die Situation. Schiedsrichter Felix Zwayer unterbrach zunächst die Partie. Nach fünf Minuten ging es weiter. «Das kotzt uns an», schimpfte Todt über die Unruhestifter. «Das macht vieles kaputt.»

Die Franken führten zu diesem Zeitpunkt durch einen Doppelpack ihres Torjägers Guido Burgstaller innerhalb von sechs Minuten (61. und 67.) mit 2:0. Tim Matavz sorgte mit dem 3:0 für den Endstand (89.). Der Sieg sei «einen Deut zu hoch» ausgefallen, räumte Burgstaller nach seinen Saisontreffern sechs und sieben ein. Aber insgesamt sei der zweite Auswärtserfolg verdient.

Der zunächst harmlose KSC kam erst nach gut einer halben Stunde besser auf. Moritz Stoppelkamp (36.) und Dennis Kempe (38.) scheiterten jedoch jeweils am guten Gästekeeper Kirschbaum. Valentini hatte wenige Sekunden nach seinem vergebenen Elfmeter eine zweite gute Möglichkeit zum 1:0. Das war's dann von den Nordbadenern.

Zwei Festnahmen, Pfefferspray und Schlagstöcke

Wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte, zündeten Nürnberger Ultras in ihrem Block eine erhebliche Menge pyrotechnischer Gegenstände und provozierten die Heimfanszene. Neben dem Verbrennen von Rauchpulver schossen die Anhänger des Nürnberger Clubs Leuchtraketen in den Stadioninnenraum sowie in Richtung KSC-Fans und brachten mehrere Knallkörper zur Detonation, worauf das Spiel für rund zehn Minuten unterbrochen wurde.

Bildergalerie:

Ausgelöst durch die Provokationen und einem offenbar länger schwelenden Ultrakonflikt versuchten Personen der Karlsruher Problemfanszene im Stadioninneren gewaltsam in den Gästefanblock vorzudringen, was durch den raschen Einsatz der Polizei verhindert wurde. Einzelne Personen gelangten hierbei in den Innenraum, konnten aber unmittelbar zurückgedrängt werden. Wie Polizei weiter beschreibt, haben weiteren Verlauf rund 150 Karlsruher Ultras das Stadion verlassen, um über die Eingänge Germania und Fasanengarten erneut zu den Nürnberger Rivalen vorzustoßen. Dabei wurde ein von Ordnern bewachtes Trenntor mit Brachialgewalt geöffnet und überwunden. Wiederum verhinderte die Polizei ein weiteres Vordringen in den Gästefanbereich, was aber wie schon bereits beim ersten Versuch in den Gästeblock zu gelangen, den Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray erforderlich machte.

Sowohl Karlsruher als auch Nürnberger Fans hatten sich nach Polizeiangaben vermummt sowie greifbare Gegenstände als Schlagwerkzeug ergriffen. Wie die Polizei in der Pressemitteilung am Abend beschrieb, suchten auch in der Nachspielphase beide Fanlager die Konfrontation.

Durch konsequente Trennung der beiden Fanlager konnte die Polizei, die mit mehr als 300 Beamten im Einsatz war, eine direkte Auseinandersetzung zwischen Nürnberger und Karlsruher Anhänger verhindern. Schließlich verließen die mit 25 Bussen und weiteren Fahrzeugen angereisten rund 2.500 Nürnberger Fans Karlsruhe unter polizeilicher Begleitung, ohne dass es zu weiteren Zwischenfällen kam.

Zwei Karlsruher Fans wurden im Zuge der Auseinandersetzung festgenommen. Mehrere Personen erlitten durch den Pfeffersprayeinsatz Augenreizungen. Die weiteren Ermittlungen zum Geschehen dauern an.

Hossa
17.10.2016
KSC unterliegt Nürnberg - Fanrandale überschattet die Partie

Auch hier sieht man mal wieder welch geistiges Niveau unter uns ist... diese Vollpfosten werden generell zuwenig bestraft! mehr...

Dr. Dolittle
17.10.2016
KSC unterliegt Nürnberg - Fanrandale überschattet die Partie

Ach was, wie man auf den Fotos ziemlich gut sehen kann, hat es sich hier nur um event-orientierte besorgte Jugendliche gehandelt. mehr...

helmut
17.10.2016
KSC unterliegt Nürnberg - Fanrandale überschattet die Partie

Warum man Fotos machen kann aber nicht festnehmen oder die Personalien feststellen kann ist ein Armutszeugnis. Beim Ausgang könnte man jeden Einzelnen kontrollieren. Die beste Lösung wäre bei der 1. Rakete das Spiel sofort abbrechen und nicht wieder anpfeifen. Die Mannschaft des Übeltäters hätte das Spiel verloren. Die echten Fans hätten schnell die Übeltäter identifiziert die zu vollem Schadenersatz verdonnert werden. mehr...