

KEVELAER. Der laut Brockhaus „größte Wallfahrtsort Nordwest-Europas“ ist Kevelaer am Niederrhein. Alljährlich beherbergt die 29 000 Einwohner zählende Stadt fast eine Million Besucher. Neben den Pilgern zieht es seit dem Jahr 2000 in regelmäßigen Abständen auch die Leichtathletik-Senioren/innen nach Kevelaer, die dort bereits zum fünften Mal ihre deutschen Meister ermittelten.
Unter den 876 Athleten/innen (ab 50 Jahre) aus 430 Vereinen befanden sich auch sieben Akteure aus der Region Pforzheim. Voraussetzung für die Teilnahme an einer Senioren-DM war allerdings eine zuvor erbrachte Qualifikationsleistung. Das war kein Problem für Lidia Zentner (Gazelle Pforzheim/Königsbach), Marisa Hörner, Peter Schultz, Clemens Hünerberg und Wolfgang Elsässer (alle LC 80 Pforzheim), Anton Gassmann (TV 1834 Pforzheim) und Wolfgang Maier (LG Stein-Eisingen).
Bei über 35 Grad waren gleich fünf Pforzheimer am ersten Tag der dreitägigen Veranstaltung über 800 Meter am Start. Eine Goldmedaillenbank ist dabei seit Jahren die „Gazelle“ Lidia Zentner. So auch in Kevelaer, wo sie ungefährdet mit einem Vorsprung von 6,55 Sekunden auf die Zweitplatzierte Roswita Schlachte (LG Weserbergland) in 2:34,10 Minuten ihren mittlerweile 34. DM-Titel gewann. Dabei verfehlte sie ihren eigenen nationalen Altersklassen-Rekord um lediglich 1,15 Sekunden.
Apropos verpasst. Marisa Hörner wurde im gleichen Rennen nach 2:45 Minuten Dritte. Leider wurde sie disqualifiziert, weil sie zu früh von ihrer Laufbahn nach innen wechselte und somit war die Bronzemedaille weg. Ihre Vereinskollegen konnten nicht ganz an die Vorjahresleistungen anknüpfen, so dass sie nicht in die Nähe der Medaillenränge kamen. Am nächsten an sein Vorjahresresultat (2:22,98) kam noch Clemens Hünerberg mit 2:25,92 Minuten. Damit belegte er Rang sieben der M 55, einen Platz vor Wolfgang Elsässer, für den die Uhr im Ziel 2:27,59 Minuten anzeigte. Im Rennen der M 60 platzierte sich Peter Schultz auf Rang fünf mit 2:30,57 Minuten.
Einen gelungenen Einstand in seiner neuen Altersklasse der M 75 feierte Anton Gassmann. Sowohl im Kugelstoßen, als auch beim Diskuswurf konnte er sich den Vizetitel erkämpfen. Dabei bekommt man auch als 75-Jähriger nichts geschenkt. Beim Kugelstoßen war zwar nur ein Trio am Start, aber Anton Gassmann hat mit 11,22 Meter sicher Rang zwei behauptet und im Feld der sechs Diskuswerfer, allesamt vom Jahrgang 1935, hatte er mit 35,04 Meter ebenso sicher die Silbermedaille. Weniger glücklich agierte Wolfgang Maier (M 70), der im Weitsprung aufgrund einer Zerrung nicht in Schwung kam. Er begann mit einem Fehlversuch, dem zwei Sicherheitssprünge von 3,70 und 3,83 Metern folgten. Das war zu wenig für den Endkampf der besten acht.
Einen Tag später standen für Clemens Hünerberg und Peter Schultz die 400 Meter auf dem Wettkampfprogramm. Peter Schultz konnte seine Vorlaufzeit von 65,90 Sekunden im Finale zwar nochmals auf 64,36 Sekunden steigern, doch dies reichte nur zum undankbaren vierten Platz. Mit 63,54 Sekunden lief Clemens Hünerberg fast eine Sekunde schneller, das war in der M 55 dann aber nur Rang fünf.
Autor: pz-mitarbeiter herbert jähtzen





