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Nur hin und wieder konnte Stuttgarts Carlos Mane (links, hier im Zweikampf gegen Nürnbergs Laszlo Sepsi) Akzente setzen. Foto: dpa
Nur hin und wieder konnte Stuttgarts Carlos Mane (links, hier im Zweikampf gegen Nürnbergs Laszlo Sepsi) Akzente setzen. Foto: dpa
29.11.2016

Manches tut weh beim VfB - Stuttgarter mit sich unzufrieden

Der VfB Stuttgart sitzt dem Tabellenführer der Zweiten Fußball-Bundesliga Eintracht Braunschweig weiterhin dicht im Nacken. Und er hat den Vorsprung auf die weiteren Verfolger vergrößert. Folglich alles bestens bei den Schwaben nach dem 3:1-Erfolg gegen den neunfachen deutschen Meister 1. FC Nürnberg? Mitnichten! Die Bewertung der Partie aus dem eigenen Team heraus fällt vernichtend aus.

An die Spitze der Kritiker setzt sich der 31-jährige Senior und Kapitän Christian Gentner, der sich in der 76. Minute gegen den 18-jährigen Benjamin Berkay Özcan auswechseln ließ. „Wir haben während des Ballbesitzes schlechte Entscheidungen getroffen und uns falsch bewegt. Dadurch haben wir den Gegner ins Spiel kommen lassen“, wettert Gentner. Und der Mann, der seit sechs Jahren das Aushängeschild des VfB ist, setzt noch einen drauf: „Wir haben zu viele Fehler im Aufbau gemacht und keine technisch saubere Mannschaftsleistung abgeliefert.“

Treffsicherer Terodde

Nur dem zweifachen Torschützen Simon Terodde stellt der Kapitän die Bestnote aus: „Das ist momentan typisch, dass er trifft.“ Immerhin findet Gentner auch eine positive Seite bei sich und seinen anderen Kameraden: „Wir bekommen durch die Ergebnisse und unsere Heimstärke Selbstvertrauen. Verteidiger Timo Baumgartl bläst ins selbe Horn: „Wir haben die Pässe ungenau gespielt und dadurch Ballverluste erlaubt. Zum Teil haben wir den Zugriff verloren. Mich ärgert das Gegentor.“ Beim Anschlusstreffer zum 1:2 ließ die Stuttgarter Hintermannschaft Kevin Möhwald freie Bahn. Da tröstet das 20-jährige Talent Baumgartl wenig, dass er den aktuellen Rekordtorjäger der Liga, Guido Burgstaller (11 Treffer) an die Leine legte. „Dass dies gelungen ist, ist ein Produkt der ganzen Mannschaft. Wir hatten über Burgstaller eine Video-Analyse gemacht“, verrät er das Geheimnis der Zähmung des Österreichers.

Der agile Japaner Takuma Asano, der in den Schlusssekunden der Nachspielzeit das 3:1 markierte schüttelte heftig und mehrfach den Kopf, als die PZ danach fragt, ob er auch angesichts vieler gelungener Pässe mit sich zufrieden sei: „Nein, ich hätte mehr Tore machen müssen.“

Da tut es der Stuttgarter Seele gut, dass das Urteil Cacaus, einer lebenden VfB-Legende, die zudem frisch gebackener DFB-Integrationsbeauftragter ist, mild ausfällt: „Der VfB war ein bisschen passiv, aber er hatte das Spiel stets unter Kontrolle und verdient gewonnen.“ Terodde, der nur noch ein Tor hinter Guido Burgstaller liegt, traut er zu, dass er den Verein als Torschützenkönig in die Bundesliga schießt. Cacau, der auch für den 1. FC Nürnberg gespielt hatte, erweist sich nebenbei als Glücksbringer. Vor der Partie hatte er bei Sky Sport ein 3:1 für den VfB prophezeit. Vor der Auswärtspartie am Sonntag in Aue tippt er exklusiv in der PZ: „Wir gewinnen 1:0.“ Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.