

Fast wäre der konsequente Verzicht des FC Nöttingen auf jede Form der Planung doch noch bestraft worden. Nein, dass der Fußball-Oberligist anders als die Spvgg Neckarelz kein Elfmeterschießen eingeplant und geübt hatte, war nicht das Problem: Schließlich gewann der FCN just auf diesem Weg den BFV-Pokal mit 4:3. Probleme bereitete dem DFB-Pokal-Teilnehmer Mittwochnacht vielmehr, dass keine Feier geplant war – und der Bus kein Bier an Bord hatte.
Und auch im Vereinsheim des gastgebenden FC Bammental hatten das Bitten und Betteln der Remchinger anfangs keinen Erfolg. Erst sie schon die Routen zur nächsten Tankstelle diskutierten, hatte doch noch jemand ein Einsehen: Mit drei Kisten Weizenbier durften sich die Pokalhelden auf den Weg gen Nöttingen machen.
Gefeiert wurde dort auch der Held des Abends: Torwart Sascha Rausch, der im Elfmeterschießen zwei Schüsse pariert hatte. „Nöttingen im DFB-Pokal, unglaublich, das gab’s noch nie“, jubelte der Schlussmann. Nachdem der Bus hupend mehrere Ehrenrunden durch den Wilferdinger Kreisel gedreht hatte, wurden Rausch und seine Mitspieler von knapp 50 Fans und der Rentnerband am Nöttinger Clubhaus empfangen. Und noch einer legte sich für sie ins Zeug: Koch Jean Jacques Frisch bat zum Pasta-Dinner.
„Erst um vier Uhr hat unser Trainer abgeschlossen“, berichtet der Vorstandsvorsitzende Dirk Steidl am Tag danach. Die nächste Party soll schon heute Abend folgen. Denn um 19.00 Uhr steht im Panoramastadion das letzte Punktspiel gegen den Kehler FV auf dem Programm. „Sportlich geht es für beide um nichts mehr, daher spielen natürlich die Spieler von Anfang an, die den Verein verlassen“, so Wittwer. Ehe Dubravko Kolinger, Daniel Jilg, Andreas Trick und Ignazio Scozzari verabschiedet werden, soll den Fans aber noch ein glänzender Neuzugang präsentiert werden: Der gold und silber leuchtende BFV-Pokal wird „selbstverständlich mitgebracht“, verspricht der Coach.
Mit den Folgen des Pokal-Coups beschäftigte sich gestern auch sein Chef: Schon um 8.59 Uhr blinkte in Dirk Steidls Postfach eine E-Mail des Neuenbürger Polizeipostens auf. „Wir müssen uns natürlich zusammensetzen, sobald feststeht, gegen wen wir im DFB-Pokal spielen“, so Steidl. Das werden die Nöttinger Fans am 23.Juni ab 18.00 Uhr erfahren: Dann beginnt in der ARD-Sportschau die Auslosung für die erste Pokalrunde. Diese wird vom 17. bis zum 20. August ausgespielt.
Und dann? Gegen Bayern München, wie es sich Elfmetertöter Rausch wünscht? Dortmund, der Traumgegner von Holger Fuchs? Oder doch nur Paderborn? Klar ist: Nöttingen hat auf jeden Fall Heimrecht und wird auf einen Erstligisten oder einen der besten 14 Zweitligisten treffen. Sollte die Lostrommel dem FCN tatsächlich ein Top-Teambescheren, ist das Panoramastadion als Spielort wohl ausgeschlossen. Die Stadien vom Karlsruher SC oder der TSG Hoffenheim wären dann mögliche Spielorte. „Wird es eine Nummer kleiner, könnte man über den Pforzheimer Holzhof nachdenken“, sagt Steidl. Aber auch ein Pokalfight im Panoramastadion ist nicht ausgeschlossen: Falls die noch unbekannte Glücksfee dem FCN einen kleinen Gegner der Kategorie Ingolstadt beschert.
Autor: Simon Walter | Bammental










Leserkommentare (5)
Mehr KommentareWann lernt der Sponsor Pforzheimer Zeitung endlich, daß Nöttingen in der Oberliga spielt und nicht in der Verbandsliga - Leute, so langsam wird's aber peinlich... mehr...
[QUOTE=Bill Gates;124259]Wann lernt der Sponsor Pforzheimer Zeitung endlich, daß Nöttingen in der Oberliga spielt und nicht in der Verbandsliga - Leute, so langsam wird's aber peinlich...[/QUOTE] Tja, haben Sie denn nicht verstanden, daß es für manchen Redakteur nicht sein kann, daß der "Club" in einer niedrigeren Klasse spielt, als so "primitive Landvereine" ?????? Was wird da erst, wenn dieser Verein noch absteigt ????? mehr...
Nur zur Richtigstellung; die PZ hat in Nöttingen eine VIP Lounge und bei uns Fehlanzeige Ich schlage deshalb vor, dass sich die PZ in Nöttinger Tagblatt umfirmiert, denn dort scheinen die Haupt Abonnenten zu sitzen. Nöttingen ist zwar OL und im Momment noch die Nummer 1 im Enzkreis stellt sich mir hier aber die FRAGE wäre dies alles ohne die "Macher" BM Öchsle und der grauen Eminenz aus der Bankenbranche überhaupt möglich gewesen? Ich blicke voller Hochachtung zum Dorf, denn dort sind in ...... mehr...