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Gestörte Kommunikation:  Die Nichtverpflichtung des rumänischen Spielers Andrei Cristea ist Auslöser eines Streits zwischen dem KSC Präsidenten Paul Metzger (links) und dem Vizepräsidenten Rolf Hauer, der nun mit gerichtlichen Schritten droht.
Gestörte Kommunikation: Die Nichtverpflichtung des rumänischen Spielers Andrei Cristea ist Auslöser eines Streits zwischen dem KSC Präsidenten Paul Metzger (links) und dem Vizepräsidenten Rolf Hauer, der nun mit gerichtlichen Schritten droht.
© GES

Präsident Metzger vom Fußball-Zweitligisten KSC droht Abwahl

KARLSRUHE. Sie ziehen an einem Strang in der Chefetage des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC. Allerdings jeder in eine andere Richtung. Das Präsidiums-Possenspiel im Wildpark hat einen neuen Höhepunkt erfahren.

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Nachdem im Frühjahr die Vize-Präsidenten ihren Chef über den Ehrenrat brieflich zu mehr Kooperation und Kommunikation ermahnten, drohen jetzt gar gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Vize-Präsidenten Rolf Hauer und Präsident Paul Metzger.

Der Grund? Die Nichtverpflichtung des Rumänen Andrei Cristea. Diese Entscheidung ist im Präsidium einstimmig gefallen. Vor dem Hintergrund der leeren KSC-Kasse. Doch dann erklärte Präsident Metzger dem Cristea Club Dinamo Bukarest, dass er den Stürmer gerne geholt hätte, aber von seinen Vizepräsidenten ausgebremst worden sei. Das wiederum nötigte Hauer dazu, Metzger als „Populisten“ zu brandmarken. Als Metzger dann einen Brief an Bukarest schrieb und erklärte, Hauer habe von diesem Brief gewusst, was der vehement bestreitet, drohte der Verwaltungsmann Hauer dem Clubchef an, „notfalls rechtlich“ gegen ihn vorzugehen.

Zudem wird im Wildpark hinter vorgehaltener Hand erzählt, dass etliche Satzungsverstöße begangen worden seien. Zum Beispiel sollen laufende Spielerverträge ohne Not finanziell angehoben worden sein – ohne dies haushaltstechnisch abgedeckt zu haben. All das nervt viele Mitglieder – und einen ganz besonders. Der stellte jetzt den Antrag, Präsident Paul Metzger während der ordentlichen Mitgliederversammlung des Karlsruher SC am 20. September abzuwählen. Es kommt Ende des Monats im Karlsruher Brahmssal zu einem einmaligen Vorgang, den es auch in ähnlicher Form beim badischen Traditionsverein noch nie gab. Metzger erklärte zur möglichen Abwahl lapidar, dass er nicht an seinem Stuhl klebe.

Der KSC ähnelt einem sinkenden Schiff. Vielleicht äußert sich auch daher jetzt der andere Vize-Präsident, Arno Glesius, der sich in den vergangenen Monaten aus all den Querelen herausgehalten hat und nicht am Hauen und Stechen teilnahm. Glesius erklärte zum Abwahlantrag: „So etwas ist für den Verein schlecht, so etwas schadet dem Verein. Da könnten sogar die KSC-Mitglieder gespalten werden – und das wäre sehr schlecht. Wir sollten am 20. September in aller Ruhe eine Aussprache zu den Fakten haben.“ Doch: der Karlsruher SC und Ruhe – das wird wohl Wunschdenken bleiben. Denn beim Fußball-Zweitligisten haben Tohuwabohu-Versammlungen Tradition. Und da die Mitgliederversammlung Paul Metzger mit einfacher Mehrheit aus dem Amt jagen kann, scheinen Turbulenzen vorprogrammiert. Insider munkeln jedoch, dass sich der 65-jährige Metzger dieses Abwahl-Votum erspart und noch vor der Versammlung zurücktritt.

Autor: PZ-Mitarbeiter Peter Putzing

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