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Rugby-Bundesliga: Erfolgsmodell TV Pforzheim

Ließen sich feiern: Die Spieler des TV Pforzheim nach dem schwer erkämpften Sieg gegen den deutschen Meister Heidelberger RK. Foto: Keller
Anfangs gab es kaum ein Durchkommen für die Pforzheimer. In der zweiten Halbzeit aber drängsten sie die Heidelberger immer mehr zurück. Foto: Keller
Nach dem Abpfiff waren die Pforzheimer erst einmal platt. Foto: Keller
03.10.2011

Rugby-Bundesliga: TV Pforzheim schlägt in letzter Minute Meister Heidelberger RK

Pforzheim. Das Gipfeltreffen der Rugby-Bundesliga war an Spannung kaum zu überbieten. Der amtierende deutsche Meister und Triple-Champion Heidelberger RK lag zur Pause beim TV Pforzheim mit 12:6 vorne und führte kurz vor dem Ende noch mit 24:23. Doch dann erzielte Alex Jessop per Dropkick die 26:24-Führung und schoss den Aufsteiger damit an die Spitze der Tabelle. Auch die zweite Mannschaft machte ihre Sache gut und gewann ihr erstes Regionalliga Spiel in Stuttgart mit 46:5.

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Etwa 250 Zuschauer hatten den Weg auf den alten Reitturnierplatz in Pforzheim gefunden und bekamen eine Partie mit Endspielcharakter geboten. Herzkranke Fans mussten am Ende zur Pillenschachtel greifen, während die TV-Mannschaft am Anfang eher Aufputschmittel nötig gehabt hätte. Die Pforzheimer mussten die Position von Spielmacher Russel Kupa mit Alex Jessop neu besetzen. Jessop nahm die Herausforderung an und avancierte zum Spieler des Tages.

Bildergalerie: Rugby-Bundesliga TVP-Heidelberger RK: Spannendes Spiel, gespannte Zuschauer

Die Partie begann rasant und ehe die Pforzheimer sich versahen gingen die Heidelberger in der 6. Minute durch einen erhöhten Stürmerversuch mit 0:7 in Führung. Danach konnten die Goldstädter die Gäste zunächst eine Weile in ihre Hälfte zurückdrängen und den Spielstand durch einen Strafkick von Alex Jessop auf 3:7 verkürzen. Doch die Heidelberger antworteten sofort nach dem Wiederankick durch einen weiteren Stürmerversuch (3:12).

Danach bot sich den Zuschauern eine Partie auf Augenhöh, in der die Pforzheimer zunächst einen Strafkick verfehlten, dann aber durch Kennedy auf 6:12 verkürzen konnten. Kurz vor der Halbzeit wurde Gedrängehalb Mustafa Güngör für 10 Minuten vom Platz gestellt. Die Pforzheimer konnten den Spielstand, jedoch in die Halbzeitpause retten.

Nach dem Wiederanpfiff bekamen die Pforzheimer einen weiteren Straftritt zugesprochen und kamen so auf 9:12 heran. Anschließend lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch mit guten Szenen auf beiden Seiten. Nach der Pause, beim Stande von 12:9 für Heidelberg, erhöhte der amtierende Meister den Druck und zog durch einen Stürmerversuch und einen weiteren gut herausgespielten Versuch auf 24:9 davon. Die Goldstädter gaben nicht auf und schoben sich Meter für Meter Richtung Heidelberger Malfeld. Afa Tauli konnte nach einem Kraftakt zum verdienten Versuch für Pforzheim ablegen. Kennedy verkürzte auf 16:24. Die Pforzheimer waren wieder im Spiel.

Sieben Minuten vor Schluss überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst wurde ein Heidelberger wegen Tackle ohne Ball für zehn Minuten vom Platz gestellt. Anschließend verfehlten die Gastgeber einen gesetzten Strafkick. Den nächsten Strafkick führte Jessop schnell aus und bediente den wuchtigen Pforzheimer Hintermannschaftsspieler Alin Popoiu, welcher sich den Weg in das Malfeld zum 21:24 erkämpfte. Erneut Kennedy verkürzte auf 23:24.

Die Zeit lief jetzt gegen den TV Pforzheim. Doch eine erneute Angriffswelle Richtung Heidelberger Malfeld bahnte sich den Weg. Etwa 20 Meter vor den Stangen erhielt Alex Jessop den Ball und kickte die Pforzheimer per Dropkick in der letzten Minute zum Sieg. Auf Pforzheimer Seite brach lauter Jubel aus, während die Heidelberger Seite plötzlich sehr ruhig wurde.

In den nächsten beiden Wochen stehen für die Pforzheimer zwei weite Auswärtspartien auf dem Programm. Zunächst geht es nach Berlin und anschließend nach Hannover. Die harte Partie gegen die Heidelberger hinterließ Spuren im Pforzheimer Kader und speziell auf Kapitän Manuel Ballarin werden die Pforzheimer voraussichtlich in beiden Partien verzichten müssen. pm