25. April 2012

Rugby-Bundesliga: Erfolgsmodell TV Pforzheim

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Hoch hinaus wollen die Rugbyspieler des TV Pforzheim auch im Endspurt der Bundesliga: Im Halbfinale reisen die Grün-Weißen zum SC 1880 Frankfurt.
Hoch hinaus wollen die Rugbyspieler des TV Pforzheim auch im Endspurt der Bundesliga: Im Halbfinale reisen die Grün-Weißen zum SC 1880 Frankfurt.
© Becker

Rugby: TVP fährt unter Protest zum Halbfinale nach Frankfurt

Bis zuletzt hatten Pforzheims Rugby-Fans noch auf das Heim-Halbfinale gehofft. Am Mittwoch erteilte Jens Poff, Manager des TV Pforzheim, den Träumen nun eine endgültige Absage: „Richtig glücklich ist keiner damit, aber wir wollen nicht, dass sich das Verfahren noch wochenlang hinzieht“, so Poff. „Daher werden wir unter Protest nach Frankfurt fahren.“ Denn es läuft ein Einspruch der Pforzheimer vor dem Schiedsgericht. Über diesen wird aber erst nach dem Semifinale am Samstag entschieden. Die PZ erklärt, wie es zu dem Hin und Her in Sachen Spielortfrage kam und welche Chancen der TVP im Auswärtsspiel beim SC 1880 Frankfurt hat.

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Wo spielen sie denn nun?

„Wir wollen unter allen Umständen zu Hause spielen“, sagte Frankfurts Manager Ulrich Byszio vor einer Woche gegenüber der PZ. Nun kann er sich freuen: Austragungsort des Halbfinals am Samstag, um 14.00 Uhr, ist das SCF-Gelände an der Feldgerichtsstraße 29 im Frankfurter Stadtteil Nordend-West.

Warum kam es zu dem Hick-Hack um den Spielort?

Am 21. September 2011 teilte der Deutsche Rugby-Verband (DRV) dem TV Pforzheim in einem Schreiben mit, dass ihm wegen zu weniger Jugendmannschaften zwei Punkte abgezogen werden. Das Schreiben landete auf der TVP-Geschäftsstelle, wo es abgeheftet und die erhöhte Lizenzgebühr von 500 Euro bezahlt wurde. Die Rugbyabteilung, so Poff, erfuhr von alledem jedoch nichts. Noch Anfang 2012 wurde Staffelleiter Uwe Kaelcke aber vom DRV mitgeteilt, dass der TVP seine Jugendarbeit verbessert habe und daher alle Punkte behält. Kaelcke gibt an, erst Mitte April vom Verband beauftragt worden zu sein, die Punkte doch noch abzuziehen.
Mit zwei Zählern weniger auf dem Konto fiel Pforzheim in der Tabelle hinter Frankfurt zurück, wodurch das Heimrecht von der Enz an den Main wechselte. Dagegen legte der TVP zunächst Einspruch beim Verband und, als dieser abgelehnt worden war, beim Sportgericht ein: ohne Erfolg. Nun läuft ein langwieriger Einspruch vor dem Schiedsgericht. Sollte diesem im Nachhinein stattgegeben werden, wollen die TVP-Verantwortlichen Schadensersatzansprüche gegen den DRV geltend machen. Denn statt Einnahmen durch Eintritt und Gastronomie kommen auf das Rugbyteam nun Fahrtkosten zu.

Wie sieht man etwas vom Halbfinale?

Zum einen bietet der TV Pforzheim kostenlose Fanbusse an, die am Samstag um 10.00 und 11.00 Uhr am Bohrain-Sportplatz an der Werner-Siemens-Straße 76 starten. Dafür müssen sich alle Interessierten bis Donnerstag, 12.00 Uhr, unter tvpforzheim@gmx.de anmelden. Zum anderen soll unter www.totalrugby.de ein Livestream eingerichtet werden.

Wer gewinnt das Spiel?

„Die Chancen stehen 50:50“, sagt TVP-Manager Jens Poff. „Vielleicht“, so hofft er, „gibt uns das ganze Hin und Her um den Spielort jetzt den nötigen Prozentpunkt mehr Kraft, um zu gewinnen.“ Doch auch der Heimvorteil ist im Rugby nicht zu unterschätzen: Während Pforzheim im September 2011 zu Hause mit 27:17 gegen Frankfurt gewann, setzte es im Dezember beim Rückspiel in Hessen eine 7:49-Pleite. Personell kann der TVP am Samstag fast aus dem Vollen schöpfen: Sam Anderson-Heather laboriert an einer Mandelentzündung, sonst sind alle Spieler fit: „30 Spieler kämpfen um 22 Plätze im Kader“, freut sich Poff.

Welche Stärken und Schwächen hat der SC 1880 Frankfurt?

Die schnellen Richtungswechsel im Angriff und das gute Unterstützungsspiel sieht TVP-Spieler und -Pressesprecher Uwe Herrmann als größte Stärken des Gegners an. „Vom Hinspiel wissen wir aber, dass man Frankfurt auch in den Griff bekommen kann“, so Herrmann weiter. Sein Team müsse den Gegner früh stören und unter Druck setzen, damit der sein Angriffsspiel nicht entfalten kann.

Was passiert, wenn Pforzheim in Frankfurt als Sieger vom Platz geht?

Dann steht der Bundesliga-Neuling am 5. Mai im Finale um die deutsche Meisterschaft – in Heidelberg und gegen Heidelberg. Denn im zweiten Halbfinale treffen am Samstag die beiden in der Kurpfalz-Metropole beheimateten Vereine Heidelberger RK und SC Neuenheim aufeinander. Dass das Finale in Heidelberg ausgetragen wird, hat das DRV-Präsidium festgelegt. „Nach eingehender Beratung haben wir uns für den Heidelberger RK als Ausrichter des Endspiels entschieden“, so DRV-Sportdirektor Volker Himmer.

26.04.2012

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