


Im Pforzheimer Handball finden am Wochenende gleich zwei Derbys und auch noch binnen zwei Stunden in der gleichen Sporthalle statt. Im Blickpunkt steht dabei das BW-Oberliga-Duell zwischen der SG Pforzheim/Eutingen und der TGS Pforzheim. Diesem Vergleich fiebert man vor allem bei der SG Pforzheim/Eutingen entgegen, weil die TGS das Vorspiel am 3. Oktober überraschend mit 24:21 Treffern für sich entschied. Damit stellte man nicht nur die Vormachtstellung im Pforzheimer Männerhandball infrage, sondern leitete auch den Rücktritt von Trainer Marc Nagel auf dem Pforzheimer Buckenberg in die Wege. Die Niederlage im Derby kam für die SG auch zum ungünstigsten Zeitpunkt, weil gleich nach dem Schock in der Benckiserhalle die Vergleiche gegen die Mitkonkurrenten um den Wiederaufstieg Kronau/Östringen und Pfullingen anstanden und verloren gingen.
Keine Frage, die SG wird morgen Abend alle Hebel in Bewegung setzen, um mit einem deutlichen Sieg die Hackordnung wieder gerade zu rücken. Da bei der TGS mit Florian Taafel der Ausnahmewerfer fehlt, der im Vorspiel 13 der 24 Treffer seines Teams markierte und dazu auch noch bei drei weiteren Treffern Schützenhilfe gab, spricht alles dafür, dass den Gastgebern von der Konrad-Adenauer-Halle die Revanche gelingt. Mit 13:1 Zählern aus den letzten Begegnungen zeigten die Eutinger auf, dass die Mannschaft im Rhythmus ist. Mehr als durchschnittlich 34 Treffer pro Spiel dokumentieren auch, dass Manuel Mönch und seine Mitstreiter zwischenzeitlich die offensiv ausgerichtete Philosophie von Wilfried Job, der nunmehr in der Konrad-Adenauer-Halle Regie führt, umzusetzen verstehen.
Weil das Spiel auch im Kopf entschieden wird, kann TGS-Trainer Hans Christensen mit seiner Crew an alter Wirkungsstätte dem Vergleich mit Gelassenheit entgegensehen. Der Ausfall von Florian Taafel hat die Mannen von der Pforzheimer Nordstadt noch enger zusammenrücken lassen, neben den bekannten Leistungsträgern wie Kaiser, Müller, Körner und Zergon haben vor allem Tim Kusterer, Dmytri Sydorchuk und zuletzt auch Jan Althuon Verantwortung übernommen. Und ganz und gar nicht vergessen werden darf Jonathan Binder. Der „Hexer“ hat schon im Vorspiel nur 21 Einschüsse der Buckenberger zugelassen, seine Verfassung wird wohl auch diesmal den Spielausgang ganz entscheidend beeinflussen.
Nicht nur die Spieler der SG, auch die Offiziellen auf dem Pforzheimer Buckenberg sind am Samstag voll gefordert, weil zwei Stunden zuvor auch in der Badenliga zwischen der SG Pforzheim/Eutingen II und dem HC Neuenbürg ein Derby übers Parkett geht. Wie in den letzten drei Vergleichen dieser beiden Mannschaften, die allesamt unentschieden endeten (!), ist auch dieses Mal eine Begegnung auf der Rasierklinge zu erwarten. Die SG hat sich zuletzt mit einem überaus torgefährlichen Tim Knoll bei einem deutlichen Auswärtssieg bei Königshofen/Sachsenflur topfit präsentiert. Dass die A-Jugend spielfrei ist und Wolfgang Lipps auf die Stärksten der Jugend-Bundesliga-Recken setzen kann, ist auch nicht von Nachteil. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass Spielertrainer Tommi Baresic mit seiner Neuenbürger Crew zum Punkteabliefern, sondern mit einer aufs Derby heißen Truppe anfahren wird.
Nach der Nullausbeute des letzten Spieltages scheint dem Pforzheimer Landesliga-Trio auch diesmal kein lukratives Wochenende bevorzustehen. Der TV Ispringen muss zum TV Büchenau, der in dieser Saison, 14:0 Zähler zeigen dies, bisher alles weggeputzt hat. Weil bei den „springs men“ nach Lukas Kunz mit Andreas Schneider nunmehr eine weitere Korsettstange fehlt und auch Christian Apel noch nicht wieder topfit ist, wird ein Husaren-streich in Büchenau wohl ausfallen.
Blau Gelb Mühlacker wird seine missliche Lage im Spiel bei der TG Eggenstein nicht verbessern können, denn die Mannen vom Rhein zählen zu den heimstarken Adressen. Und auch schon im Vorspiel hat der Gegner den Senderstädtern die Grenzen deutlich gesteckt.
Die besten Chancen auf Pluspunkte kann man der SG Pforzheim/Eutingen III als Gastgeber der SG Ettlingen/Bruchhausen einräumen. Zum Spaziergang wird der Vergleich aber nicht, denn der Gast aus dem Albtal rangiert noch einem potentiellen Absteigerplatz und wird kämpfen.
Wie wichtig die Siege der HSG Pforzheim gegen Lahr und Pflugfelden waren, zeigen die Ergebnisse der Mitstreiter um den Klassenerhalt am letzten Wochenende. In der Oberliga Baden-Württemberg der Frauen muss man sich weiterhin auf einen knallharten Abstiegskampf einstellen. Am Samstag empfangen die Frauen um Sandra Armbruster mit der HSG Eningen/Pfullingen erneut eine der besseren Adressen, die aber von einer konzentriert zur Sache gehenden HSG bezwungen werden kann.In der Landesliga der Frauen sollte Spitzenreiter SG Pforzheim/Eutingen als Gastgeber von Neuthard seine Erfolgsserie fortsetzen. Wenn die HSG Pforzheim II im Heimspiel gegen den TSV Rintheim an die starke zweite Hälfte von Neureut anknüpfen kann, sollten die Zähler in der Fritz-Erler-Halle bleiben. Obwohl sich die junge Mannschaft der TGS Pforzheim zuletzt gegen Knielingen recht achtbar aus der Affäre zogen, wird es bei der stabilen Truppe des TV Ettlingenweier wohl kaum etwas zu erben geben.gl.
Autor: Dieter Glauner| Pforzheim





