Tohuwabohu auf dem Nieferner Rasen: Schiedsrichter Wolfgang Spatz (Dritter von links) beruhigt nach der Attacke gegen ihn die Gemüter der Spieler aus Mühlacker (orangefarbene Trikots) und Niefern (hellblau). Zum Schlichten war auch ein Betreuer der G
Tohuwabohu auf dem Nieferner Rasen: Schiedsrichter Wolfgang Spatz (Dritter von links) beruhigt nach der Attacke gegen ihn die Gemüter der Spieler aus Mühlacker (orangefarbene Trikots) und Niefern (hellblau). Zum Schlichten war auch ein Betreuer der Gastgeber (Vierter von links) auf den Platz geeilt. Foto:Farr

Schiedsrichter-Attacke: Spieler entschuldigt sich

Der Schiedsrichter wird in der B-Klassen-Partie Niefern II gegen SV Mühlacker geohrfeigt. Der Unparteiische leitet das Spiel aber zu Ende, ein Einspruch gegen das Ergebnis bleibt daher wohl folgenlos.

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Der helle Ton einer Ohrfeige schallt durch das neue Nieferner Stadion, Brille und Pfeife des erschrockenen Schiedsrichters fallen zu Boden: Während es am Sonntag auf vielen Sportplätzen in der Region zu den ersten fußballerischen Höhepunkten der neuen Saison kam, hatte die Partie des FV Niefern II gegen den Türkischen SV Mühlacker in dieser Sekunde ein negatives Ausrufezeichen gesetzt. „Mit der flachen Hand hat der Mühlacker-Spieler dem Schiri ins Gesicht geschlagen“, berichtete ein Zuschauer der „Pforzheimer Zeitung“.

Bis dahin habe der erfahrene Unparteiische Wolfgang Spatz die Partie der Kreisklasse B2 „souverän geleitet“, so der Beobachter. Und weiter: „Es war zwar ein intensives, aber faires Spiel.“ Dies änderte sich in der 90. Minute: Wie auch Sahin Yildirim, Spielleiter des SV Mühlacker bestätigte, holte Baris Balli 25 Meter vor dem eigenen Tor seinen Nieferner Gegner rüde von den Beinen. Als der sich wieder aufgerappelt hatte, schubste ihn Balli weg. Schiedsrichter Spatz zückte Rot. Für noch mehr Diskussionsstoff als der Platzverweis sorgte aber Ballis Reaktion: Wütend ging er auf den Mann in schwarz zu, holte aus und schlug ihm ins Gesicht. Pfeife und Brille fielen nach Zuschauerangaben gen Rasen, laut einem Nieferner Augenzeugen hatte Wolfgang Spatz auch Blut im Gesicht. Erst als Mitspieler und Betreuer Balli zur Seite gezerrt und etwas beruhigt hatten, verließ er kopfschüttelnd den Platz.

Entschuldigung beim Schiri

„Er hat sich nach dem Spiel beim Schiedsrichter entschuldigt“, beschwichtigte Mühlacker-Coach Sezai Özdemir. Und in der Tat: Statt die Partie abzubrechen, leitete der Referee sie sicher zu Ende. „Das war halb so schlimm“, habe dieser nach Schlusspfiff zu ihm gesagt, so Özdemir. Da das Spiel regulär zu Ende geführt wurde, dürfte auch der vom FV Niefern angekündigte Einspruch gegen das mit 2:3 verlorene Spiel kaum Aussicht auf Erfolg haben.

Dass der angegriffene Unparteiische wohlauf ist, bestätigte auch Jörg Augenstein, der Schiedsrichter-Obmann im Fußball-Kreis Pforzheim: „Wir haben miteinander telefoniert, da hat er mir versichert, dass er sich in der Lage gefühlt hat, das Spiel bis zum Ende zu leiten.“ Trotzdem überwog bei Augenstein ein enttäuschendes Gefühl: „Es ist niederschmetternd, dass es so etwas überhaupt gibt“, sagte er. Bereits im März dieses Jahres hatte ein B-Klassen-Spiel für unschöne Schlagzeilen gesorgt: Damals war das Duell FC Steinegg gegen FV Neuenbürg nach zwei Platzverweisen und einer Schlägerei abgebrochen worden.

Zu einem möglichen Strafmaß wollte sich der Schiedsrichter-Obmann nicht äußern: „Das liegt im Ermessen der Spruchkammer“, so Augenstein. Für den Übeltäter könnte das Strafmaß indes ohnehin unerheblich sein: Nach PZ-Informationen möchte sich der Türkische SV von Baris Balli trennen.

Autor: Simon Walter

19.11.2013

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28.08.2012
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28.08.2012
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