

Neven Subotic ist ein multinationaler Mensch: Er besitzt die serbische und amerikanische Doppel-Staatsbürgerschaft und erblickte in Bosnien-Herzegowina das Licht der Welt. Doch den Begriff Heimat verbindet der serbische Fußballnationalspieler, der zu den Säulen von Borussia Dortmund zählt, mit dem Nordschwarzwald.
„In Schömberg, Bieselsberg, Langenbrand und Pforzheim fühle ich mich wohl. Dort habe ich viele Freunde und Bekannte. Auch mein bester Freund Bobo wohnt in Langenbrand“, schwärmt er im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“ von den Orten seiner Kindheit. „Zwischen dem ersten und dem zehnten Lebensjahr habe ich in Schwarzenberg mit meinen Eltern gelebt.“ Das prägt! Dort hat er für den örtlichen TSV auch erstmals die Fußballstiefel geschnürt.
Die Verbindungen in die schwäbische Heimat sind für den Mann, der als 21-Jähriger schon 16 Länderspiele in seiner steilen Profi-Karriere vorweisen kann, nie abgerissen. Auch nicht als die Eltern mit dem zehnjährigen Spross in die USA ausreisten, um der Ausweisung zurück nach Bosnien-Herzegowina zu entgehen.
Nach einem kurzen Gastspiel für das College-Team der University of South Florida wechselte Subotic 2006 zum Bundesligisten FSV Mainz 05. Der Vorteil: Dort war er nicht allzu weit entfernt von seinen Freunden im Nordschwarzwald. Doch Treue ist für den soliden Manndecker auch sonst kein Fremdwort. Deshalb folgte er seinem Trainer Jürgen Klopp 2008 zu Borussia Dortmund, wo ihn der Coach belohnte: In der vergangenen Saison durfte er in allen 34 Bundesligaspielen seinen Beitrag zum Erfolg leisten.
Die Rückkehr ins Schwabenland am vergangenen Wochenende mit Borussia Dortmund setzte bei Subotic Emotionen frei: „Als ich sechs Jahre alt war, habe ich zusammen mit meinen Freunden aus Schwarzenberg hier in Stuttgart mein erstes Bundesligaspiel angeguckt. Ich habe mir noch einmal angeschaut, wo ich damals gesessen bin und mich genau daran erinnert.“ Klar, dass er die ihm zustehenden vier Freikarten für seine Langenbrander und Bieselsberger Kumpels reservieren ließ: „Dabei hätten meine Freunde gerne Hunderte von Tickets gewollt.“
Die wenigen freien Tage nutzt der Kicker, der ein Garant der serbischen Abwehr beim 1:0-Sieg gegen Deutschland bei der WM in Südafrika war, immer wieder, um sich in sein Auto zu setzen: „In zweieinhalb bis drei Stunden bin ich im Schömberger Bereich.“ Auch in diesem Sommer hatte er dafür fünf Tage freigeschaufelt. „Spätestens im Winter fahre ich wieder hierher“, verspricht er seiner Anhängerschar. Dann wird er wohl auch für seine einzige Enttäuschung während des Stuttgarter Gastspiels entschädigt werden: „Ich hatte vergebens gehofft, dass es Spätzle gibt.“
Schwäbische Spätzle und seine Freunde könnte Subotic viel häufiger genießen, wenn der auf einen Marktwert von 15 Millionen Euro taxierte Senkrechstarter wieder ins Ländle zurück käme. Was er davon hält? Munter plaudert er über fast alles. Doch hier passt er. „So eine Frage darf ich nicht beantworten“, zuckt er mit den Schultern. Und dennoch: Ein klares Nein hört sich anders an. Bruno Knöller





