


Mit Überraschungen konnten die Goldstadt-Pokalturniere des TC Wolfsberg Pforzheim in diesem Jahr nicht dienen. Denn sowohl beim BMW-AHG-Cup der Herren als auch bei den internationalen badischen Meisterschaften der Damen setzten sich die Favoriten problemlos durch. Allen voran TCW-Lokalmatador Holger Fischer, der an Nummer eins gesetzt war und im Traumfinale aus Pforzheimer Sicht gegen seinen Zweitliga-Kollegen Gabriel Trujillo-Soler mit 6:3 und 6:0 die Nase vorne hatte. Für klare Verhältnisse sorgte auch die topgesetzte Vanessa Henke. Die Düsseldorferin setzte sich im Damen-Endspiel (6:2, 6:2) ohne größere Schwierigkeiten gegen die Wolfsbergerin Lucie Kriegsmannova durch.
Vor allem die Organisatoren des TCW zählten beim 30. Goldstadt-Pokalturnier zu den Gewinnern. „Ich kann mich nicht erinnern, dass hier jemals drei unserer eigenen Leute den Sprung ins Finale geschafft haben“, freute sich Turnierchef Thomas Hell über die starke Vorstellung vor heimischem Publikum. Dabei hatten sich die Partien am Finaltag gezogen wie Kaugummi, was weniger den Tennis-Cracks als vielmehr dem Wetter geschuldet war. Über drei Stunden dauerte die Regenunterbrechung, die mitten ins letzte Halbfinale von Gabriel Trujillo-Soler geplatzt war. Der Spanier gewann sein Match gegen Marko Lenz (Bremerhaven) zwar noch mit 3:6, 6:2 und 7:5, musste nach kurzer Verschnaufpause aber gleich wieder zum Finale antreten.
„Das war Stress pur für den Kopf und die Beine“, versicherte der TCW-Spieler. Verbissene Gegenwehr leistete Trujillo-Soler nur im ersten Satz, wurde durch die druckvolle Vorhand seines Teamkollegen aber immer wieder von einer Ecke des Platzes in die andere gehetzt. Dabei sprangen mitunter sehenswerte Ballwechsel wie etwa mit Stopp und Gegenstopp heraus. „Gegen ihn muss man sich die Punkte hart erarbeiten und geduldig sein“, betonte Holger Fischer, der besonders beim 6:0 im zweiten Durchgang seine Kraftreserven ausspielte, während sein Widersacher sogar lautstark übers Aufgeben nachdachte. „Irgendwann war Gabriel platt“, resümierte Fischer (31), der seit einer gefühlten Ewigkeit für den TCW aufschlägt und das Heim-Turnier, samt 1500 Euro Prämie, nach 2007 zum zweiten Mal gewinnen konnte.
Diese Möglichkeit hätte auch Lucie Kriegsmannova gehabt. Doch im Damen-Endspiel war Vanessa Henke diesmal eine Nummer zu groß für die Wolfsbergerin. Im ersten Satz kassierte Kriegsmannova bereits beim Stand von 3:2 für Henke das entscheidende Break und leistete sich unter dem Strich zu viele leichte Fehler, um die Düsseldorferin ernsthaft zu gefährden. „Die vielen Turnier-Matches in den Knochen haben mir zu schaffen gemacht“, gestand die TCW-Spielerin. Dagegen wirkte ihre Kontrahentin in fast allen Ballwechseln einen Tick frischer. „Außerdem habe ich mit meinen Topspin-Bällen viel Druck gemacht“, betonte Vanessa Henke, die auch den zweiten Satz mit 6:2 für sich entschied. Darüberhinaus verband die Düsseldorferin bei ihrem Sieg in Pforzheim auch noch das Angenehme mit dem Nützlichen. Denn Onkel und Tante wohnen in Weissach-Flacht. „Da habe ich gleich einen Familien-Urlaub eingeschoben“, verriet die 31-Jährige, die 1000 Euro Preisgeld einstrich.
Autor: Peter Hepfer









