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24.07.2011

Träsch weg, Test verloren: Viel Arbeit für den VfB

STUTTGART Den Abschluss seines Trainingslagers in Österreich hatte sich der VfB Stuttgart anders vorgestellt: Der Fußball-Bundesligist verlor am Samstag das wochenlange Tauziehen um seinen Nationalspieler Christian Träsch und auch das als Generalprobe angesehene Testspiel gegen den englischen Zweitligisten Nottingham Forest (1:2). Eine Woche vor dem DFB-Pokalspiel beim SV Wehen-Wiesbaden bleibt dem VfB damit noch eine Menge Arbeit.

Träsch war am Samstagmorgen aus dem Trainingslager in Längenfeld abgereist, um beim VfL Wolfsburg zunächst den obligatorischen Medizincheck zu absolvieren und danach einen Vierjahresvertrag zu unterzeichnen. Zuvor hatten sich beide Vereine nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung auf eine Ablösesumme von rund zehn Millionen Euro für den 23 Jahre alten Mittelfeldspieler geeinigt. „Wir hätten ihn gern gehalten. Aber Christian hatte sich entschieden und wollte wechseln. Wir wünschen ihm alles Gute“, sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic.

Zehn Millionen sind ein stolzer Preis für einen Spieler, der in einem Jahr ablösefrei gewesen wäre. Denn Träsch hatte es im Mai abgelehnt, seinen 2012 auslaufenden Vertrag mit dem VfB vorzeitig und zu beinahe verdoppelten Bezügen zu verlängern. Dennoch hinterlässt der siebenfache Nationalspieler in Stuttgart eine große Lücke. Nach Mario Gomez (Bayern München) und Sami Khedira (Real Madrid) verliert der Verein im dritten Jahr nacheinander einen Schlüsselspieler, um den herum er eigentlich eine neue Mannschaft aufbauen wollte.Im defensiven Mittelfeld, wo Träsch zuletzt zum Einsatz kam, ist der VfB nach der Verpflichtung von William Kvist (FC Kopenhagen) gut aufgestellt. Hinten rechts aber, wo Träsch in der neuen Saison spielen sollte, tun sich einige Fragezeichen auf. Bobic betonte zwar: „Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Rechtsverteidiger mehr holen. Denn wir sind auf dieser Position mit Khalid Boulahrouz und Stefano Celozzi gut besetzt.“ Beide haben in der Vergangenheit allerdings nur selten überzeugt. Sie gehörten stattdessen eher zu den Spielern, die der Club bis vor ein paar Tagen lieber verkauft hätte.

Beim Test gegen den ehemaligen Europapokal-Sieger aus Nottingham begann Celozzi auf der rechten Abwehrseite, ehe er nach einer Stunde durch Boulahrouz ersetzt wurde. Nur Spielmacher Tamas Hajnal traf in Aalen in der 34. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich für den VfB., die Tore für die vom Ex-Wolfsburger Steve McClaren trainierten Engländer schossen Lewis McGugan (7./FE) und Robbie Findley (70.).Trainer Bruno Labbadia war nicht unzufrieden und sagte: „Man muss das Spiel unabhängig vom Ergebnis sehen. Wir hatten die Partie insgesamt gut im Griff. Und wir befinden uns in der Endphase der Vorbereitung. Die Mannschaft hat sehr viel gearbeitet in den vergangenen Wochen und auch heute viel gewollt.“Trotzdem hat der VfB-Coach eine Woche vor dem Pflichtspiel-Auftakt noch einige Baustellen zu bearbeiten. Vor dem gegnerischen Tor gab sich seine Mannschaft gegen Nottingham ähnlich verschwenderisch wie zwei Tage zuvor gegen Sivasspor (2:1). „Wir müssen schauen, dass wir in Zukunft unsere Chancen konsequenter nutzen“, mahnte Labbadia.Außerdem wird der VfB auch in Wiesbaden nicht in Bestbesetzung auflaufen können. Julian Schieber, Timo Gebhart, Shinji Okazaki und Johan Audel haben nach ihren Verletzungen weiter Trainingsrückstand und waren in Aalen nicht dabei. Das gleiche galt für Serdar Tasci, der nach einer Oberschenkel-Verhärtung aber am Dienstag wieder trainieren soll. Bis dahin gab Labbadia erst einmal zwei Tage frei. dpa