


Im Finale den Kolossen aus Norwegen denkbar knapp mit 0:1 unterlegen.
Als Leistungs-Schwimmer hatte er es irgendwann satt, beim Training im Becken die Kacheln zu zählen. Und seinen Disziplin-Wechsel zum Unterwasserrugby hat der Pforzheimer Fabian Schmitt bis heute nicht bereut. Vor ein paar Monaten ist er mit dem TSC Pforzheim zwar unglücklich aus der ersten Bundesliga abgestiegen. Sein bisher größtes sportliches Erfolgserlebnis hat sich der 28-Jährige in diesem Jahr aber doch noch geholt. Mit der Unterwasserrugby-Nationalmannschaft gewann Schmitt WM-Silber in Finnland.
Dabei war das Kraftpaket aus dem Arlinger von Bundestrainer Wilhelm Nier zuerst nur als Ersatzmann nominiert worden. Weil aber der Bottroper Teamkapitän und Rekordnationalspieler Ralf Gandlau wegen eines Mittelfußbruchs absagen musste, rückte Schmitt nach. „Ich war zu dieser Zeit gerade im Urlaub auf Mallorca“, verrät der Pforzheimer, der sich daraufhin sofort in den Flieger setzte, um über Stuttgart und Kopenhagen nach Helsinki zu kommen.
Dort landete er mit dem deutschen Team gleich im ersten Vorrundenspiel gegen die Dänen einen 2:1-Sieg. Beim souveränen 6:0 gegen Russland gelangen Schmitt sogar zwei seiner insgesamt drei Turnier-Treffer. „Das war ein ziemlich unfaires Spiel. Die Russen haben uns überhart rangenommen und mit den Füßen in die Gesichter getreten“, schimpft er. Aber auch davon ließen sich die deutschen Unterwasserrugby-Asse nicht abhalten, bis ins Endspiel zu marschieren. Im Viertelfinale wurde Kolumbien mit 7:0 aus dem Wettbewerb geworfen. Im Halbfinale übertrumpfte man nach einer taktisch exzellenten Vorstellung die starken Schweden mit 1:0.
Im Finale gegen Norwegen stoppte allerdings ein unglücklicher Wechselfehler den deutschen Siegeszug. Und daran war auch Fabian Schmitt nicht ganz unbeteiligt. „Ich bin kurz mal an die Oberfläche, um Luft zu holen. Und plötzlich hatten wir einen Mann zuviel im Wasser“, erzählt der Untertor-Verteidiger. Nach der fälligen Zeitstrafe stürzten sich die körperlich deutlich überlegenen Skandinavier wie Piranhas auf die Lücke am deutschen Korb und versenkten den mit Salzwasser gefüllten Ball zum alles entscheidenden 1:0. „Diese Aktion haben die vorher bestimmt tausend Mal geübt. Alles ging rasend schnell“, erinnert sich der Pforzheimer.
Den größten WM-Erfolg einer deutschen Unterwasserrugby-Nationalmannschaft seit 28 Jahren konnte aber auch Schmitt in vollen Zügen genießen. „Immerhin habe ich mit der Silbermedaille meinen Durchbruch im Team geschafft“, betont der 28-Jährige und fügt lächelnd hinzu: „Dafür meinen Urlaub zu unterbrechen, hat sich auf alle Fälle gelohnt.“
Autor: PETER HEPFER | PFORZHEIM





