

Sie gehören zu den Schwerstarbeitern unter Wasser. Und nicht selten rasseln ihre Lungen wie Ankerketten, wenn es gilt, einen mit Salzwasser gefüllten Ball im gegnerischen Korb auf dem Beckenboden zu versenken. Unterwasserrugby-Spieler gehören mit ihren Schnorcheln und Taucherbrillen eben einer ganz besonderen Spezies an. Und sie erinnern stark an ein Rudel kreisender Raubfische, das jederzeit bereit ist, von der Wasseroberfläche auf seine Beute hinabzustoßen.
In diesem Metier haben auch die Unterwasser-Sportler des 1. TSC Pforzheim große Fortschritte gemacht. Innerhalb von knapp zwei Jahren gelang der Durchmarsch von der Landesliga bis in die erste Bundesliga, wo das Team um Torjäger und Nationalspieler Fabian Schmitt allerdings um den Klassenerhalt kämpfen muss.
Im Moment ist die Lage noch nicht allzu bedrohlich. Denn mit Platz fünf unter sieben Mannschaften in der Gruppe Süd haben die Pforzheimer Schnorchler nach dem dritten Spieltag sieben Pluspunkte auf ihrem Konto. Der TC Stuttgart mit einem Spiel weniger und fünf Zählern ist dem Aufsteiger aber dicht auf den Fersen. „Wir brauchen unbedingt noch einen Sieg gegen Stuttgart. Ansonsten droht uns die Relegation“, weiß Schmitt.
Beim ersten Heimspieltag im Pforzheimer Fritz-Erler-Bad haben die Gastgeber jedenfalls eine ordentliche Vorstellung abgeliefert. Dem 0:8 gegen Playoff-Kandidat Heilbronn ließ der TSC immerhin einen 2:0-Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten DUC Darmstadt folgen. „Das war eine ziemlich konfuse Partie“, bekennt Torverteidiger Rainer Zimmermann, der gleichzeitig auch Abteilungsleiter im Verein ist. „Wir haben gut kombiniert, es zunächst aber einfach nicht geschafft, den Ball ins Loch zu kriegen.“ Erst ein verwandelter Strafwurf von Fabian Schmitt löste die Verkrampfung. Kurz vor der Schluss-Sirene gelang dem 28-jährigen Nationalspieler auch noch das 2:0 per Konter.
Völlig chancenlos blieben die Pforzheimer Unterwasserrugby-Spieler derweil im dritten und letzten Match des Spieltags gegen Liga-Spitzenreiter TSV Malsch. Beim Kräftemessen mit dem deutschen Vizemeister aus der Region Karlsruhe ging der TSC sogar mit 0:12 im wahrsten Sinne des Wortes baden. Selbst die U21-Europameister Christian Förschler (18) und Lukas Walz (18) konnten gegen die blitzschnellen Attacken des Gegners nicht viel ausrichten. „In der ersten Liga ist der Druck des Gegners eben so groß, dass du nicht mal zwei Sekunden den Ball halten kannst, ohne dass jemand an dir klebt“, beschreibt Walz die Tücken des Unterwasserkampfes. Auch gegen Heilbronn ist den Pforzheimern die geballte Körperkraft von zwei Nationalspielern nicht gut bekommen. „An dieses hohe Tempo müssen wir uns erst gewöhnen. Da ist momentan nur Schadensbegrenzung möglich“, sagt Fabian Schmitt, der aber weiterhin fest an den Klassenerhalt glaubt. Zwei Spieltage hat das TSC-Team jetzt noch Zeit, den dritten Saisonsieg einzufahren und damit das rettende Ufer endgültig zu erreichen. Peter Hepfer





